Wilhelm Furtwängler, berühmter Dirigent und Komponist der Klassischen Musik , 1886-1954

Wilhelm Furtwängler, der große und berühmte Dirigent,  erklärte Musik als untrennbare Einheit von Sinnlichkeit und Geist. Deshalb war Wilhelm Furtwängler  auch als Komponist (Konzertpianist) ein unermüdlicher Rufer im Kampf gegen die Zwölftonmusik, die er „das Konsequenteste an Entsinnlichung“ und nur ein „Machtmittel des wissenschaftlichen Menschen“ nannte.

Wilhelm  Furtwänglers  Laufbahn als Dirigent begann der am 25. Januar 1886 in Berlin geborene Künstler in Zürich, sie führte ihn durch die Konzertsäle der ganzen Welt. Er wurde 1922 Gewandhauskapellmeister, dann Dirigent der Berliner und Wiener Philharmoniker. Am 30. November 1954 ist Wilhelm Furtwängler  in Baden-Baden gestorben.


Sinfonische Konzerte und Sonaten

In den Jahren 1939-40 wurde die Öffentlichkeit erstmals mit Werken Furtwänglers überrascht; es handelte wsich um eine Sonate für Violine und Klavier in D-Dur, Op. 2 und um das Sinfonische Konzert für Klavier und Orchester in h-Moll. Mit dem Komponisten als Partner bzw. Dirigenten fanden die beiden Komponisten ihre tiefschürfende Wiedergabe durch Georg  Kulenkampff und Edwin Fischer.  Nur zwei Sinfonien sind bekannt geworden: die Zweite Sinfonie (e-Moll, UA: Berlin 1948) und Fragment einer Dritten (UA: Berlin 1956).

Mit Ausnahme des langsamen Satzes der Zweiten Sinfonie, der in seiner kantablen Innigkeit in der zeitgenössischen Musik kein Gegenstück hat, sind alle Teile dieses monumentalen Werkes von einem Pathos erfüllt, das den Hörer mit einem „Ich lasse Dich nicht“ anspricht. Es empfiehlt sich, sich nicht durch eingehende Analysen ablenken zu lassen, sondern sich den tönenden Phänomenen zu überlassen, da  Wilhelm Furtwängler nicht um intellektuelle Gefolgschaft warb, sondern an die Herzen und an das Gewissen appellierte.  Das Gleiche gilt für seine Dritte Sinfonie.

Wilhelm Furtwängler und die Nationalsozialisten

Die Nationalsozialisten hofierten Wilhelm  Furtwängler wegen seiner internationalen Reputation als kulturelles Aushängeschild. Er selbst betrachtete sich grundsätzlich als apolitischen Künstler. Tatsächlich kam Wilhelm Furtwängler  den neuen Machthabern 1933 insoweit entgegen, als er sich dazu bereit fand, sich zum Vizepräsidenten der Reichsmusikkammer ernennen zu lassen, die Goebbels’ Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda untergeordnet war.  Wilhelm Furtwängler war, laut seiner Einlassungen nach 1945, dem NS-Regime gegenüber jedoch ablehnend eingestellt. Er habe sich von dieser Position erhofft, im Sinne einer taktischen Zusammenarbeit auf das kulturpolitische Geschehen Einfluss nehmen und damit das Schlimmste verhindern „die Kunst von allem ‚Niederen‘ freihalten“ zu können.


Nachgewiesen ist, dass sich  Wilhelm Furtwängler für Juden (wie seinen Konzertmeister Szymon Goldberg) eingesetzt hat. Der Ministerialdirektor im Kultusministerium, Georg Gerullis, hielt am 20. Juli 1933 in einem Dienstschreiben an Reichskulturverwalter Hans Hinkel diesbezüglich verärgert fest: „Können Sie mir einen Juden nennen, für den Wilhelm Furtwängler nicht eintritt?“ Aber auch für Nicht-Juden, die den Nazis nicht genehm waren, hat sich  Wilhelm Furtwängler eingesetzt. Nach Rolf Liebermann hat er bedrängte Kollegen vor dem Zugriff der Gestapo sogar in seiner Wohnung versteckt.

Wilhelm Furtwängler war Stiefvater der Schauspielerin Kathrin Ackermann, deren Tochter Maria Furtwängler ebenfalls als Schauspielerin bekannt ist.

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