Verner Panton, berühmter dänischer Architekt und Designer, Panton Chair, Designklassiker

Panton Chair

Panton Chair, berühmter Freischwinger

Verner Panton (* 13. Februar 1926 in Gamtofte bei Assens; † 5. September 1998 in Kopenhagen) war ein dänischer Architekt und Designer. Er führte als einer der ersten die Pop-Art in die Welt der Möbel ein. Daher wird er als einer der einflussreichsten Möbeldesigner und Innenarchitekten des 20. Jahrhunderts betrachtet.

Die  dänische Zeitschrift „Mobilia“ nennt Verner Panton den „Showmaster Nummer eins“, des dänischen Designs, weil er international berühmt ist für seine „immer verschiedenen und niemals eintönigen “ Möbel, Textilien und Lampen. Panton hat Furore gemacht mit seinen rblich kühnen „Visiona“ Ausstellungsschiffen zu den Kölner Möbelmessen 1968 und 1970, abermals mit kühnen Farben bei Inters für den „Spiegel“ und für die Kantine von Gruner und Jahr in Hamburg.


Er hat aber auch so praktische Dinge entworfen, wie eine Lampe mit Visierblenden, einen „Bau“-Stuhl, den man zerlegen kann, und aufblasbare Kissenmöbel. Panton war immer dabei, wenn neue Materialien zu erproben waren. Der hinterbeinlose Stuhl ist nur ein Beispiel dafür. Ebenso erfolgreich waren seine Tischlampe „Panthella“ und „Fun“, die Hängelampe aus unzähligen Muschelplättchen: die klimperten in den sechziger Jahren allenthalben.

Verner Panton arbeitete mit Arne Jakobsen zusammen

Panton hat am Technikum in Odense und an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Kopenhagen studiert und 1951 Examen gemacht. Zwei Jahre  lang arbeitete er im Büro von Arne Jakobsen, von dem er sagt, dass er seinen Mitarbeitern freie Handließ. Panton hat sich 1955 in der Schweiz als Architekt und Designer niedergelassen.  Dreimal hat er einen Bundespreis Gute Form bekommen, ausserdem den International Design Award in den USA und Preise von Eurodomus, vom Rosenthal Studio und vom Österreichsichen Bauzentrum.

Zum 60. Geburtstag im Februar 1986 wurde in Basel eine große Ausstellung mit allen Arbeiten Pantons gezeigt. Dazu erschien ein reichbebildeter Katalog.

Der berühmteste Stuhl von ihm , dürfte der Panton Chair sein (siehe Foto).  Die Idee kam ihm , als er zusah ,wie ein Sturzhelm aus Glasfasern und ein Putzeimer aus Plastik gemacht  wurden.  So müsste man, fand Verner Panton, doch auch einen Stuhl aus einem Stück, also hinterbeinlos , günstig herstellen können. Von der Idee, Anfang der fünfziger Jahre, bis zum fertigen Stuhl war dann allerdings ein langer Weg mit vielen Problemen.

Thornet baute einen Vorgänger des Panton Chairs

Ein Vorgänger vom Kunststoffsuhl, abgezweigt aus einem Möbelprogramm für einen Wettbewerb, war in den sechziger Jahren im Sortiment von Thonet: aus einem Stück zwar, aber aus gepreßtem Schichtholz und mit flacher Bodenplatte.  Der war in den für Panton typischen kräftigen Farben gebeizt und trat in zwei Versionen auf: die Lehne einmal nach oben abgerundet wie später beim Kunststoffsuhl, einmal mit Halbkreisausschnitt.

Schon Mitte der fünfziger Jahre gab es auch versechiedene Modelle vom späteren Panton-Chair, in Dänemark produziert, erst aus Glasfaster/Polyester, dann im Tiefziehverfahren. Von solch einem Prototyp erählt Panton eine lustige Geschichte: Er saß mit dem amerikanischen Designer George Nelson zusammen, neben ihnen der Musterstuhl.  Willi Fehlbaum von der Firma Vitra kam dazu, sehr in Eile, und warf sich – ehe Nelson und Panton, die wussten, was kommen würde, es hindern konnten – auf den Musterstuhl, und der brach prompt mit ihm zusammen. Solch ein Mißgeschick traf auch den Dänen Aagard Andersen, der ebenfalls in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts an dem Stuhl aus einem Stück tüftelte und ein ähnliches Modell entwickelt hatte.


Viele Designer versuchten sich am Freischwinger

Nicht nur Andersen – Panton weiß von einer ganzen Reihe von Designern in England und anderen Ländern, die sich mit diesem Problem befassten.  Die Idee , einen hinterbeinlosen Stuhl  aus einem Stück zu machen, lag in der Luft wie Jahrzehnte voher die Idee des Stahlrohr-Freischwingers, um den es jahrelang erbitterten Urheberrechtsstreit gab. Von all den anderen ist aber keiner auf den Markt gekommen. Panton war der Glückliche, der zunächst in Dänemark Firmen fand, die in der Lage  und bereit waren, mit dem Stuhl zu experimentieren. Und er fand dann in Willi und Rolf Fehlbaum von Vitra Produzenten, die an den Stuhl glaubten.

Mit Mark Diebold, dem Kunststoff-Fachmann der Firma, hat Panton von 1963 an Gipsmodelle und Prototypen erarbeitet. Es wurden auch verschiedene Materialien ausprobiert.  1967 endlich kam der Stuhl auf den Markt, gefertigt aus einem ABS ähnlichen Spritzguß-Produkt. er hatte grossen Erfolg, bekam Preise, wurde in Museen ausgestellt. 1980 aber verschwand er vom Markt, weil es Probleme mit der Haltbarkeit gab.  Heute wird er wieder hergestellt,  aus Polyurethan-Schaum, und gibt keinen Anlaß  mehr zu Beanstandungen.

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