Umberto Eco, berühmter Schriftsteller und Autor, „Der Friedhof von Prag“, neuestes Buch

umberto ecoUmberto Eco (* 5. Januar 1932 in Alessandria, Piemont) ist ein italienischer Schriftsteller, Kolumnist, Philosoph, Medienwissenschaftler und wohl der bekannteste zeitgenössische Semiotiker. Durch seine Romane, allen voran Der Name der Rose, wurde er weltberühmt. Seit 1971 Lehrstuhlinhaber an der Universität Bologna, hat er zahlreiche Gastprofessuren in aller Welt wahrgenommen und ist mit bisher 33 Ehrendoktortiteln (u. a. in Deutschland an der Freien Universität Berlin) ausgezeichnet worden. Im Herbst 2007 stellte er seine akademische Lehrtätigkeit ein.


Jetzt im Jahr 2012 , stellt er uns sein jüngstes Werk, seinen neuen Roman vor „Der Friedhof von Prag“  er analysiert in diesem grandiosen Werk den Antisemetismus.

Über seinen sechsten Roman sagt Eco folgendes: „Ich wollte, dass Simonini der zynischste und schrecklichste Held der Literaturgeschichte wird“.   Die Mission scheint ihm gelungen  zu sein.

Simone Simonini stammt aus dem Piemont.  Das Motto seines Protagonisten lautet:  „Odeo ergo sum – ich hasse, also bin ich „.   Wer sich seiner kruden Weltvorstellung wiedersetzt, wird einfach ermordet.  Simonini ist der Teufel.  Umgeben von Trödel und mieser Literatur legt er die geistigen Fundamente der „Endlösung“.     Umberto Eco gibt uns nun die Gelegenheit, das Tagebuch dieses Teufels zu lesen.

Die Handlung hat Eco nach Paris, ins Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhunderts gelegt.  Italien kämpft um nationale Einheit, Frankreich vegetiert im nachnapoleonischen Chaos.   Bei all seinem Hass, den er empfindet, ist sein grösster Hass gegen die Juden gerichtet.

Umberto Ecos Werk ist von unglaublicher Eindringlichkeit

Wer den „Graf von Monte Christo“ von Alexandre Dumas geliebt hat, oder das „Phantom der Oper“ verschlungen hat (Autor: Gaston Leroux“, der wird auch dieses Werk nicht mehr aus der Hand legen.

Sämtliche Figuren, Dokumente und politischen Ereignisse sind historisch verbürgt.  Nur dieser Antiheld ist frei erfunden.   Eco greift auf ein interessantes Thema zu.   Er dichtet seinem monströsen Ich-Erzähler die Fälschung der berühmt-berüchtigten „Protokolle der Weisen von Zion“ an.   Angeblich sollen sich jüdische Rabbiner seinerzeit auf dem Friedhof von Prag in geheimer Mission versammelt haben – und hier soll die Weltverschwörung beschlossen und geplant  worden sein.  Nachdem Simonini eine Menge Dokumente gefälscht hatte, verkaufte er diese an den russichen Geheimdienst, der die fiktiven Protokolle zur Sicherung der Zarenmacht verbreitete.


„Mit Simoninis Lebensgeschichte liefert Eco die Anatomie jenes Wahnsystems, das eine der einflussreichsten Fläschungen der Geschichte hervorbrachte. Schon Hitler berief sich auf die „Protokolle“ , obwohl bereits damals klar war, dass es sich um Fläschungen handelte.  Für Eco sind diese Protokolle die Fälschung „mit den fatalsten Folgen, den meisten Toten“ ,in der Weltgeschichte“.

Ecos Buch ist, so urteilte ein Kritiker “ ein leuchtendes Werk der Aufklärung. Wie immer präsentiert der 79-jährige eine scharfe Diagnose seiner Gegenwart im Zerrspiegel der Vergangenheit“.

 

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