Thomas Hobbes, berühmter und bekannter Philosoph, 1588-1679, große Philosophen

Thomas_Hobbes_aus einem Gemälde von John Michael Wright, wikipedia.org

Thomas Hobbes ( 5. April 1588 in Westport, Wiltshire; † 4. Dezember 1679 in Hardwick Hall, Derbyshire) war ein englischer Mathematiker, Staatstheoretiker und Philosoph, der durch sein Hauptwerk Leviathan, in dem er eine Theorie des Absolutismus entwickelte, bekannt geworden ist. Thomas Hobbes  gilt als Begründer des aufgeklärten Absolutismus.


Im Vergleich zu dem moderaten, gemäßigten Dualisten Descartes ist sein englischer Zeitgenosse Thomas Hobbes ein finsterer Radikalinski. Er wischt den ganzen Nonsens mit dem Sonderstatus des Geistes beiseite und unterwirft auch ihn dem Gesetz der Kausalität: Unsere Vorstellungen sind nur verschiedene Kombinationen von Sinneseindrücken, und unsere Gedanken verketten sich kausal nach dem Gesetz der Assoziation. Selbst der Wille ist nicht frei, sondern nur das Resultat des Fingerhakelns zwischen Frucht und Gier. Auch Gut und Böse sind relativ. Gut nennen wir den Gegenstand unserer Neigung, böse den unserer Abneigung. Der Mensch ist eine Maschine.

Der lückenlose Kausalzusammenhang läßt keinen Platz für die Eingriffe Gottes.  Die Erhaltung des Menschen durch Gott wird deshalb abgelöst von einem neuen Prinzip, das Thomas Hobbes entdeckt: der Selbsterhaltung. Diese ist nicht mehr göttlich, sondern teuflisch.  Und auf diesen infernalischen Grundtrieb gründet Hobbes seine Staatstheorie.

Diese Staatstheorie entfaltet er in seinem Buch, das neute noch die Gemüter erregt:  Der Leviathan.

Thomas Hobbes begreift den Menschen als unruhiges, gehetztes Tier. Weil er fähig ist, in die Zukunft zu schauen, hat er ständig Angst davor, daß ihm die Vorräte ausgehen oder daß ein anderer sie ihm wegnehmen könnte. Deshalb will er Macht und nochmals Macht. Das macht ihn zu einem einsamen und unsozialen Wesen. Entsprechend deprimierend ist der Urzustand des Menschen vor seiner Vergesellschaftung, den Thomas Hobbes sich so ausmalt:  Es herrscht der Krieg aller gegen alle. Das Leben ist einsam, arm, häßlich, brutal und kurz. Aus dieser Beschreibung stammt eine berühmte Formel, die heute immer noch zitiert wird:

„Homo homini lupus“ – „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“.  Und nun kommt die Konsequenz: Aus Furcht vor dem gewaltsamen Tod schließen die Menschen einen Vertrag untereinander, den sogenannten Gesellschaftsvertrag (auf englisch: social contract, auf französisch : contrat social).  In ihm übertragen sie ihr Recht, Gewalt auszuüben, auf einen einzelnen unter ihnen, den Herrscher. Auf diese Weise wird die gesamte Gesellschaft zu einem Individuum ,dem Staat.

Der Staat ist der Leviathan  (der Name bezeichnet ein Seeungeheuer im Buche Hiob), der sterbliche Gott, dem wir nächst dem unsterblichen Gott Frieden und Schutz verdanken.  Dieser Gott – der Staat – ist absolut. Er steht über den Parteien und der Moral. Das klingt nach den historischen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts absurd.

Aber Thomas  Hobbes hatte eine andere Erfahrung gemacht, die Erfahrung des englischen Bürgerkrieges. Da htte er gesehen, daß die moralische Rechthaberei der Konfessionen das Land in die Selbstzerfleischung gestürzt hatte, und er schloß daraus:  Wer im Konfliktfall die ganze Moral für sich beansprucht, läßt dem Gegner nur die Unmoral.   Das kriminalisiert den Gegner und verschäft den Konflikt ibs zum Krieg. Einzig mögliche Konsequenz: Die Religion wird vom Staat getrennt, das Gewissen wird zur Privatsache, der Staat wird absolut und erzwingt als Schiedsrichter zwischen den moralischen Kampfhähnen den Frieden.


Mit diesem Werk erregte Thomas Hobbes die Wut aller Parteien:

Der Materialismus erbitterte die Theologen; die Begründung des Absolutismus brachte Thomas Hobbes  die Feindschaft des englischen Parlaments ein; die Privatisierung der Moral ägerte die Puritaner; und die Lehre von Gesellschaftsvertrag kostete Thomas Hobbes  das Wohlwollen der Königstreuen im Exil.

Und  Thomas Hobbes Lehre polarisiert bis heute die Gemüter. Die einen finden es unmoralisch, die Friedenstiftung des Staates ohne den Bezug auf Grundwerte rein technisch zu begründen. Die anderen berufen sich auf ihn, wenn sie auf die Gefährlichkeit von Leuten verweisen wollen, die die Moral für sich gepachtet haben glauben: Sie schrecken vor nichts zurück. Hobbes hat herausgefunden, daß nichts gefährlicher sein kann als die Moral.

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