Sokrates, berühmter griechischer Philosoph

Sokrates der Vater der Philosophie

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Sokrates wurde 470/69 v. Chr.  im attischen Bezirk Alopeke geboren, Sohn eines Steinmetzen und einer Hebamme. Er erlernte das väterliche Handwerk, gab es aber früh wieder auf, um seinem eigentlichen Beruf nachzugehen. Seine äußeren Lebensumstände waren bescheiden, aber auskömmlich. Am Peloponnesischen Kreig zwischen Athen und Sparte (431 bis 404) nahm er in drei Feldzügen teil (431, 424 , 422) und zwar als Hoplit (schwerbewaffneter Fußsoldat). 406 wurde er zum Prytanen gewählt, zum leitenden Mitglied im „Rat der 500“ (eine Art oberster Staatsrat). Dort widersetzte er sich als einziger illegalen Hinrichtungen. 404/3 unter dem Regime der „3o Tyrannen“, leistete er unter Lebensgefahr Widerstand durch sein Bekenntnis zur Demokratie. Trotzdem wurde er 399 von den Demokraten angeklagt und zum Tode verurteilt. Zurück bleiben seine Frau Xanthippe und drei Söhne, zwei noch minderjährig.Sokrates ht keine Schriften verfaßt. Man nennt ihn den ‚“Vater der Philosophie„, die ere vom Himmel auf die Erde geholt habe, aus dem Bereich des Mythischen, der Natur, in die Städte, den den Entscheidungsraum der Menschen. Seine Wirkung war unvergleichlich groß. Vor allem Platon und nach diesem Aristoteles bezogen sich auf ihn. Sein Leben und sein Wirken lassen sich aus den – dichterrischen, nicht unbedingt wirklichkeitsgetreuen Zeugnissen jüngerer Zeitgenossen (besonders Platon und Xenophan) rekonstruieren.


War Sokrates der Vernünftigste und Beste oder der böse Geist in Person?

Für die einen war er der böse Geist in Person, der an nichts und niemandem ein gutes Haar ließ, der große Verführer und Wortverdreher, der im Nu Weiß in Schwarz verwandelte oder umgekehrt. Er war noch keine fünfzig Jahre alt, als der beühmteste Komödienschreiber des alten Griechenland ihn vor rund 15 000 Zuschauern verspottete: als barfüßigen, schmutzigen Herumtreiber, der die leute mit windigem Geschwätz aufhalte: “ Das gibt es Männer, die lehren, wenn einer sie dafür bezahlt, recht zu behalten – ob mit Unrecht oder Recht“. Schlimme Beleidigung: Sokrates sei ein „Sohpist“. Sohpisten waren Wanderlehrer, die gegen gutes Geld zum Beispiel Reden oder Schriftsätze für Prozesse lieferten.

Das muss ja noch nichts Böses sein. Warum ist das für Sokrates eine solch große Kränkung?

Die einen sahen in ihm den bedeutendsten Menschen, den Griechenland – und das hieß damals: die Welt – bis dahin hervorgebracht hatte: einen Mann „von dem wir sagen dürfen, daß er unter all seinen Zeitgenossen, die wir gekannt haben, der beste und überhaupt Vernünftigste und Gerechteste gewesen ist“.

Planton war Sokrates wichtigster Schüler

Wer ist „wir“ – seine Landsleute, die Athener, haben Sokrates doch hingerichtet? Platon, sein berühmtester Schüler, hat diese Worte in einem seiner „Dialoge“ – das sind philosophische Schriften in Gesprächsform – dem Phaidon in den Mund gelegt, einem ehemaligen Sklaven, der auf Betreiben Sokrates freigekauft worden und dann natürlich dessen Anhänger war. Phaidon berichtet vom Tod des verehrten Meisters (wie später die Evangelisten vom Tode Christi). Er war Partei – genauso wie die Gegner, und die waren weit in der Überzahl.

Es ist kaum zu begreifen, wie wenig Sicheres von Sokrates überliefert ist – einem der berühmtesten und einflußreichsten Philosophen aller Zeiten. Die uns bekannten Tatsachen und Daten seines Lebens lassen sich in wenigen Zeilen zusammenfassen.

Sokrates wurde zum Tode verurteilt

Die Anklagepunkt:  Sokrates verehre nicht die Götter des Staates, wolle vielmehr neue „dämonische “ Wesen einführen; und er verderbe die Jugend. Das sind – im besten Falle- Mißverständnisse, im schlechten Lügen, mit denen sich Ewig-Gestrige gegen etwas wehren, edas sie nicht begreifen können oder wollen.  Es fällt Sokrates nicht schwer, ihnen das zu beweisen: Der ist wahrhaft fromm, der Gott mehr gehorcht als den Menschen. Und sein persönlicher Schutzgeist, sein „Daimonion“, ist die Stimme seines Gewissens – von „Dämonen“ (nicht anerkannten niederen Göttern) war bei ihm nie die Rede.

Das junge Menschen seinen kritischen Appell aufnahmen war freilich eine große „Gefahr“ für das verrottete Staatswesen; aber seit wann wirkt verderblich, wer auf Verdorbenes zeigt!

Der Prozess – neben dem Prozess Jesu der berühmteste Prozess der Weltgeschichte, und beide haben manches gemeinsam – ist oft nacherzählt worden. Man beruft sich dabei auf die „Apologie“ aus Platons Feder, die – nachgestaltete – Verteidigungsrede des Sokrates. Gemäß der damaligen Gerichtspraxis gliedert sie sich in drei Teile: Im ersten verteidigt sich Sokrates gegen die Anklage; im zweiten geht er auf den Urteilsspruch ein und macht, wie es vorgesehen war,  einen Gegenvorschlag zum Strafantrag der Ankläger, der dritte ist das Schlusswort des zum Tode Verurteilten.

Sokrates wird nicht verbannt, sondern zum Tode verurteilt.  Das Schlußwort des Verurteilten ist ruhig, würdig – und zukunftsweisend: „Wenn ihr glaubt“, so steht es bei Platon in der „Apologie„, „dadurch, dass Ihr Menschen tötet, könntet ihr verhindern, daß man euch euren verkehrten Lebenswandel vorhält, so denkt ihr falsch….. Die beste und einfachste Art ist die , nicht die anderen zu unterdrücken, sondern selbst so gut wie möglich zu werden“.


An der Schwelle des Todes, als schon das Gift seinen Körper lähmte – der Verurteilte hatte den „Schierlingsbecher“ zu leeren – , soll er als letztes gesagt haben: „Wir schulden dem Asklepios einen Hahn ….“. Ein Dankopfer für Asklepios  (Äskulap), den Gott der Heilkunst, dessen Priester den giften Saft der Schierlingspflanze auch als Heilmittel verwendeten. Ein Hahn, so wird überliefert, sei bei der Geburt des Apollon zugegen gewesen, seine Anwesenheit habe auf das Hervorbrechen des göttlichen Lichts gedeutet: er kündet den Tag. Was also mag mit disem rätselhaften Abschiedworten gemeint sein?

Nicht nur für Sokrates war die Stunde der letzten Wahrheit zugleich die Stunde des Todes: das Zeugnis für die immer wiederholte Forderung man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen, und es sei besser, Unrecht zu leiden als Unrecht zu tun.  Es heißt, man habe Sokrates die Flucht aus dem Gefängnis ermöglicht, aber er habe widerstanden.  Gesetzestreue, Frömmigkeit, Wahreitsliebe, Kritik an der Gesellschaft und Gehorsam gegenüber dem Gewissen – für Sokrates ließ sich eines nicht vom anderen trennen, und er hat diese Einigkeit vorgelebt.  Darum ist die Frage nach seinem Leben nicht so wichtig wie das Verständnis seiner kompromißlosen philosophischen Existenz.  Bis zum letzten Atemzug ist er wahrhaftig geblieben, offen für die Wahrheit. Damit hat er der Welt gezeigt, wo der Weg zur Freiheit beginnt.