Sandro Botticelli, berühmter Maler aus Florenz (1444-1510)

Sandro_Botticelli_-_La_Primavera

Sandro Botticelli (* 1. März 1445 in Florenz; † begraben: 17. Mai 1510 ebenda; eigentlich Alessandro di Mariano Filipepi) war ein italienischer Maler und Zeichner der frühen Renaissance.

Im Geist der Frührenaissance und des Humanismus malte Botticelli, beeinflusst von Filippo Lippi, Masaccio und Antonio Pollaiuolo, religiöse Bilder, Altarbilder sowie Bilder aus dem Themenbereich der griechischen Mythologie und Allegorien mit Gegenwartsbezug.


Von herausragender Bedeutung ist Boticellis  Porträtkunst, die nachhaltig das Image der Medici und ihrer Parteigänger geprägt hat. Sein Spätwerk trägt emotional expressive Züge mit Rückbezug auf die Gotik. Einige Elemente seiner Malerei wurden später von den Präraffaeliten im 19. Jahrhundert wieder aufgegriffen. Auch der Jugendstil nahm in Linie und Ornament Anleihen von ihm auf.

Boticelli  erhielt seine Aufträge von den Medici. Zwei seiner Bilder sind zu modernen Ikonen geworden. Das erste heißt, „Die Geburt der Venus“. Aus einer  Muschel erhebt sich die schaumgeborene Göttin mit nichts bekleidet als mit ihrem langen blonden Haar. Das andere Bild ist eine allegorische Vision (Allegorie = Verbildlichung eines abstrakten Konzepts), es heißt  „La Primavera“, der Frühling. Da Florenz die Hauptstadt des Platonismus ist, ist La Primavera eine Allegorie der platonischen Liebe. Das folgende ist die Andeutung einer Deutung:  Von rechts naht sich Zephir, der Wind, und verströmt den göttlichen Atem; dabei umarmt er die Nymphe Chloris und erfüllt sie mit Geist im Bildeiner Begattungsvorstellung. Chloris verwandelt sich durch die Umarmung und wird zur nächsten Figur: Flora.

Diese verweist auf die zentrale Figur, die dem Bild den Namen gegeben hat: Primavera.  Das alles ist auch ein Bild der Liebe. Mit Leidenschaft wendet sich der Himmel der Erde zu und verwandelt sie durch den Frühling.  Demgegenüber steht auf der linken Seite des Bildes Merkur, der Mittler zwischen Himmel und Erde, und wendet sich wieder dem Himmel zu . Er repräsentiert den Wiederaufstieg des Geistes. Zwischen ihm und der zentralen Figur der Primavera stehen die drei Granzien, die als Venus, Juno und Athene die Schönheit, Eintracht und Weisheit darstellen. Sie haben ihre Hände so verschränkt, dass sie mal oben über den Köpfen schweben und mal unten auf Schnekelhöhe. Vermittelt werden sie von den mittleren, die genau auf Augenhöhe sind.

Zusammen symbolisieren sie damit noch einmal den Weg des Geistes. Das ist der platonisache Kreislauf der Ausgießung des Geistes und seiner Rückkehr zum Himmel in Form einer kosmologischen Erotik. Und man sieht, dass die Bilder der Renaissance nur zu verstehen sind, wenn man die griechische Mythologie, die Philosophie und selbstverständlich das Personal der Liebe kennt.


Zu seinen bekanntesten Werken zählen:

  • Der heilige Sebastian, 1474, Berlin, Gemäldegalerie.
  • Adorazione dei Magi (Anbetung der heiligen drei Könige), ca. 1475, Uffizien
  • La Primavera (Der Frühling), 1478, Uffizien
  • Weibliches Idealbildnis (Simonetta Vespucci), 1480-1485, Städel Museum, Frankfurt am Main (ein weiteres Porträt befindet sich in der Gemäldegalerie Berlin)
  • Madonna del Magnificat, zwischen 1480 und 1490, Uffizien
  • La nascità di Venere (Die Geburt der Venus), nach 1482, Uffizien
  • Maria mit dem Kind und singenden Engeln. Holz, d 135. Berlin, Gemäldegalerie
  • Die Verleumdung des Apelles, um 1495, Uffizien, Florenz
  • Heilige Maria Magdalena, ca. 1496, Fogg Art Museum Cambridge, USA
  • Geburt Christi (London, ca. 1500)
  • Venere e Marte (Venus und Mars), ca. 1483, National Gallery (London)
  • Die Göttliche Komödie (Zyklus) (Berlin, 1482–1503)