Richard Wagner, berühmter Komponist, Dramatiker, Philosoph, Regisseur und Dirigent des 19. Jahrhunderts

Richard_and_Cosima_WagnerWilhelm Richard Wagner (* 22. Mai 1813 in Leipzig; † 13. Februar 1883 in Venedig im Palazzo Vendramin-Calergi) war ein deutscher Komponist, Dramatiker, Philosoph, Dichter, Schriftsteller, Theaterregisseur und Dirigent. Mit seinen Musikdramen gilt er als einer der bedeutendsten Erneuerer der europäischen Musik im 19. Jahrhundert.

Im Wagner-Kult trifft eine Dynastie auf eine Gemeinde. Doch zu Wagners eigener Zeit ist dieser Kult mehr als eine persönliche Marotte: Er zeigt, daß die Kunst den Gipfel ihrer Herrschaft erkommen hat. Und als Gipfel der Kunst gilt vielen Zeitgenossen – etwa Schopenhauer – die Musik. Im Symbolismus versucht auch die Dichtung wie Musik zu werden, und im Ästhetizismus der Jahrhundetwende löst sich selbst das Leben in Kunst auf.


Entsprechend sucht Wagner alle Künste unter der Herrschaft der Musik in einem Gesamtkunstwerk zu versammeln. Text, Musik, Bühnenbild und Choreographie werden in bisher nicht gekannter Intensität aufeinander bezogen. Und seine Opern zerfallen nicht mehr in Nummern, sondern werden so durchkomponiert, daß innerhalb eines Aktes alles aus einem Guß ist. Dazu denkt er sich ein neues Konstruktionsprinzip aus: das Leitmotiv. Alle bedeutenden Elemente einer Story erhalten jetzt eine Art musikalisches Erkennungszeichen, so wie etwa eine Person an ihrem Tick erkannt wird.

Wagner und seine Opern

Aber das  gilt nicht nur für Personen, sondern auch für Gegenstände, Gefühle und Situationen. So besteht etwa das Schwertmotiv bei Siegfried aus einer männlich aufsteigenden Tonfolge.  Aus diesem Motivbaukasten setzt Wagner seine Opern zusammen. Varianten der Motive deuten Veränderungen an. Erklingt das Schwertmotiv auf einmal in Moll, bedeutet das eine Schwächung von Siegfrieds Macht.

Noch in einer anderen Hinsicht gilt Wagner als exemplarisch. Der Romantik reichen die klassischen Harmoniefolgen (also jene sechs Akkorde zu einem Grundton) nicht mehr aus. Immer komplexer werden die Harmoniefolgen, immer mehr Töne, die die Klassiker noch nicht in einem bestimmten Akkord gedulet haben, werden hinzugefügt.  Und immer neue Kombinationen von Akkorden werden zusammengestellt. Für einige Zeitgenossen bedeutet Wagners Tristan-Akkord am Anfang von „Tristan und Isolde“ das Ende der Harmonie.

Die Akkord-Reihe, die nun folgt, ist zwar noch auf einen Grundton bezogen, aber dieser kommst garnicht mehr vor. Mit der Jagd nach immer mehr Ausdruck, noch höherer Kunst und noch tieferer Bedeutung in der Musik kommt die romantische Musik an ihre Grenze . Und jenseits dieser Grenze liegt  die Moderne.


Opern und dramatische Werke von Richard Wagner:

  • Die Hochzeit (unvollendete Oper, 1832)
  • Die Feen  (1833–1834, UA: 29. Juni 1888 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
  • Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo  (1834–1836, UA: 29. März 1836 Stadttheater Magdeburg)
  • Rienzi, der Letzte der Tribunen (1837–1840, UA: 20. Oktober 1842 Königlich Sächsisches Hoftheater Dresden)

Nur die folgenden zehn Werke wählte Wagner für Aufführungen im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth aus:

  • Der Fliegende Holländer (1840–1841, UA: 2. Januar 1843 Königlich Sächsisches Hoftheater Dresden. Überarbeitet 1852 (Zürich) und 1864 (München))
  • Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg WWV 70 (1842–1845, UA: 19. Oktober 1845 Königlich Sächsisches Hoftheater Dresden. Überarbeitet 1847, 1860 (Erstdruck der Partitur, sog. „Dresdener Fassung“), 1861 (Paris, in frz. Sprache), 1875 (Wien, sog. „Pariser Fassung“)
  • Lohengrin (1845–1848, UA: 28. August 1850, Großherzogliches Hoftheater Weimar.)
  • Der Ring des Nibelungen (betont: Nibelungen)  mit vier Teilen:
    • Vorabend: Das Rheingold (1851–1854, UA: 22. September 1869 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
    • Erster Tag: Die Walküre (betont: Walküre) (1851–1856, UA: 26. Juni 1870 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
    • Zweiter Tag: Siegfried (1851–1871, UA: 16. August 1876 Festspielhaus Bayreuth)
    • Dritter Tag: Götterdämmerung (1848–1874, UA: 17. August 1876 Festspielhaus Bayreuth)
  • Tristan und Isolde (1856–1859, UA: 10. Juni 1865 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
  • Die Meistersinger von Nürnberg (1845–1867, UA: 21. Juni 1868 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
  • Parsifal  (1865–1882, UA: 26. Juli 1882 Festspielhaus Bayreuth) – „Bühnenweihfestspiel“

 

Falls Sie weitere Details aus dem Leben des berühmten Komponisten und Dirigenten Richard Wagner interessiern, dann informieren Sie sich gerne auf dieser Seite :   Richard Wagner, sein Leben, sein Schaffen, seine Werke

Eine Übersicht über berühmte Komponisten und Dirigenten