Raffael (Raffaello Santi) berühmter italienischer Maler und Architekt (1483-1520) der Hochrenaissance

Raffael, auch Raffael da Urbino, Raffaello Santi , Raffaello Sanzio oder Raphael (* 6. April oder 28. März 1483 in Urbino; † 6. April 1520 in Rom) war ein italienischer Maler und Architekt der Hochrenaissance .Er stammte aus Urbino, gelangte aber über Perugia und Florenz nach Rom, wo er im Auftrage von Papst Julius II den Saal ausmalte, in dem der Heilige Vater die kirchlichen Gnadenerlasse unterzeichnete (Stanza della Signatura).


Die Motive für das monumentale Werk wirken wie ein Kunstprogramm der Renaissance: es zeigt die Versöhnung von Religion und Philosophie, von Christentum und Antike und von Kirche und Staat.

Die Kirche ist durch die Dreifaltigkeit sowie die Apostel und Kirchenväter  repräsentiert, die Philosophie durch die Dreiergruppe der Philosophen und Zuhörer: Platon weist als Idealist mit dem Zeigefinger nach oben zum Himmel, Aristoteles als Realist nach unten zur Erde, Sokrates zählt seine Arugmente an den Fingern auf, und Alkibiades lauscht ihm verzückt.

Raffaels Sixtinische Madonna ist die Mutter aller Gottesmütter

Die Gruppe wird vervollständigt durch weitere Philosophen wie den halbnackten Diogenes, Archimedes mit den Kreisen, Pythagoras mit einer Harmonietabelle, Heraklit beim Abfassen von Rätseln, und unter den lauschenden Schülern ist einer, der Raffaels Züge trägt. Raffaels eigenes Werk aber zeigt diese Versöhnung da am deutlichsten, wo er in seinen zahlreichen Madonnen antike Anmut mit christlicher Frömmigkeit vereint. Die Lieblichkeit seiner Marienbilder wird von niemandem übertroffen. In dieser Synthese bündelt er auch die Einflüsse anderer Maler wie Leonardo, Giorgione oder Michelangelo .Seine bekannteste Gottesmutter, die sogenannte Sixtinische Madonna, ist zur Mutter aller Gottesmütter geworden.

In einer klassischen Pyramidenkomposition bläht sich hinter der Jungfrau ihr blauer Mantel im Himmelswind und lässt ihr rotes Unterkleid sichtbar werden. Ihr Gesicht ist rosig, und sie schaut traurig-verwundert in die Welt, auf dem Arm das unschuldige Jesuskind, während sich hinter ihr der Vorhang öffnet, um den Blick auf das Paradies freizugeben. Dies wurde die Lieblingsmadonna der ganzen Christenheit und das Vorbild unzähliger Devotionalien, Reproduktionen und Postkarten. Unter den Künstlern war Raffael der heiterste.

Bei ihm spürt man nichts von den Geburtswehen des Schöpfertums, man ahnt bei hm keine Rätsel wie b ei Leonardo und erschrickt nicht vor den demänischen Energien wie bei Michelangelo  (deshalb fand im 19. Jahrhundert eine englische Malschule ihn zu überflächlich und nannte sich entsprechend die „Präraffaelisten“).

Bei Raffael gibt es weder eine Kluft zwischen Körper und Geist, noch zwischen Gefühl und Verstand.  Für die sixtinische Madonna hat vermutlich seine Geliebte Modell gestanden. Wie Vasari berichtet, überließ er sich den amourösen Vergnügungen ohne Maß, so daß er eines Tages „die Grenzen überschritt“ und an Überanstrenung starb, erst 37 Jahre alt.


G e m ä l d e  von RAFFAEL   (Auszug)

  • 1500–1501: Altarbild des hl. Nikolaus von Tolentino. in Fragmenten in den Museen von Neapel und Brescia erhalten
  • 1502: Krönung Mariä. Rom, Vatikanische Pinakothek
  • 1503: Kreuzigung. London, National Gallery
  • 1504: Die Vermählung der Maria, Mailand, Pinacoteca di Brera
  • 1504: Die heilige Familie mit dem Lamm. Privatbesitz, vormals Lee of Fareham-Sammlung
  • ca. 1505: Selbstbildnis. Florenz, Uffizien
  • ca. 1506: Madonna del Cardellino (Madonna mit Distelfink), Florenz, Galerie der Uffizien
  • ca. 1506: Dame mit dem Einhorn. Rom, Galleria Borghese
  • 1507: Grablegung des Altarbildes Baglioni. Rom, Galleria Borghese
  • 1506–1507 Die heilige Familie Canigiani, München, Alte Pinakothek
  • 1507–1508 Madonna del Baldacchino, Florenz, Palazzo Pitti
  • 1508–1511 Stanza della Segnatura: Disputa, Parnass, Die Schule von Athen, Übergabe der Dekretalen, Vatikan
  • 1511: Bildnis Papst Julius II. London, National Gallery; Kopie: Florenz, Galleria Pitti
  • 1512: Madonna di Foligno. Rom, Vatikanische Pinakothek
  • 1511–1514: Stanza di Eliodoro: Die Vertreibung Heliodors aus dem Tempel, Die Messe von Bolsena, Die Befreiung Petri, Die Begegnung von Attila und Papst Leo d. Großen
  • 1512/13: Sixtinische Madonna, Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister
  • ca. 1512: Triumph der Galatea. Fresko in der Villa des Agostino Chigi (später Villa Farnesina), Rom
  • 1513: Madonna della Sedia/Madonna della Seggiola, Florenz, Palazzo Pitti
  • 1514: Der Borgobrand. Fresko, Vatikanstadt, Stanza dell’Incendio del Borgo
  • ca. 1514/1515: Bildnis des Baldassare Castiglione. Paris, Musée du Louvre
  • ca. 1515–1519: Teppichkartons für die Sixtinische Kapelle, London, Victoria and Albert Museum
  • ca. 1517/1518: Die Hl. Familie Franz I., Paris, Musée du Louvre
  • ca. 1517–1519: Bildnis Papst Leo X. mit den Kardinälen Giulio de‘ Medici und Ludovico de‘ Rossi, Florenz, Uffizien
  • ca. 1518–1520: La bella Fornarina, Rom, Galleria Nazionale
  • ca. 1518–1520: Selbstbildnis mit einem Freund. Paris, Musée du Louvre
  • 1518/19: Amor und Psyche. Fresken in der Villa Farnesina, Rom, zusammen mit Giovanni Francesco Penni, Giulio Romano und Giovanni da Udine
  • 1520: Transfiguration (Verklärung Christi), Rom, Vatikanische Pinakothek

 

Berühme Maler und Bildhauer – hier finden Sie weitere Informationen

Berühmte und bekannte Dichter und Philosophen –  unter diesem Link finden Sie weitere Informationen