Piet Hein, berühmter dänischer Erfinder, Wissenschaftler, Designer, Mathematiker und Literatur

Piet Hein (* 16. Dezember 1905 in Kopenhagen; † 18. April 1996 auf Fünen) war ein dänischer Wissenschaftler, Mathematiker, Erfinder und Literat.  Er steht auf Platz 12 in der Reihe berühmter Dänen: Diese Ehrung wurde Piet Hein 1971 zur Feier des 150. Jubiläums des Dänischen Studentenverbandes verliehen.  Jeder zehnte Däne, so wird behauptet, hat ein Buch von Piet Hein im Schrank, und als perfekter Unterhalter gilt der, dem es gelingt, eine halbe Stunde Smaltalk zu machen, ohne dabei Piet Hein zu zitieren.


Der Mann , der auch Poet ist und mit 8000 Gruks gut 40 von ihm auch illustrierte Bände gefüllt hat, hat an der Universität Kopenhagen und an der Technischen Lehranstalt Philosophie und theoretische Physik studiert.  Er ist, wie die Geschichte vom Stockholmer Sergelsplatz zeigt, ein Erfinder und Formgeber, hat Möbel, Lampen, Bestecke und Textilien, Spiele und Spielzeuge entworfen.

Von Piet Heins Urgroßvater weiß die Familiensage zu berichten

Seinen Namen hat Piet Hein von einem niederländischen Vorfahren, einem Seehelden aus dem 17. Jahrhundert, der „sozusagen der niederländische Francis Drake“ – davon lebte, daß er spanische Schiffe eroberte. Von Piet Heins Urgroßvater weiß die Familiensaga zu berichten, daß er eine Schiffsladung Erde von der Insel Guernsey holte, damit seine Frau, die von dort stammte, sich in Kopenhagen heimisch fühlen könne. Piet Hein tats ihm nach: Er holte per Schiff aus Nordschweden , der Heimat seiner Frau, einer Schauspielerin, eine Ladung Feuerholz für den dänischen Kamin.

Wer die Geschichte dieses Tisches erzählen will, muß zuerst die Geschichte des Segelplatzes in Stockholm erzählen. Er liegt mitten in der Stadt und sollte (um 1960) ein Zentrum werden, das den Verkehr von allen Zufahrtsstraßen aufnimmt und den Fußgängern eine unterhaltsame Mischung von Läden, Restaurants, Springbrunnen und Sitzplätzen bietet.  Das Problem für die  Städteplaner war die Rohform des Platzes, ein dem Quadrat ziemlich nah kommendes Rechteck.  Mit Kreisverkehr war da nichts zu machen, und eine echte Ellipse hätte Platzverschwendung  in den Ecken und zu scharfe Kurven bedeutet.

Die Planer versuchten die Elipse abzuwandeln, kamen aber zu keinem harmonischen Ergebnis. Da griff der Leiter des Planungsteams zum Telefon. Nicht etwa einen ingeniösen Mann vom Fach – Architekt , Städteplaner oder Ingenieur – klingelte er an, sondern den Philosophen und Dichter Piet Hein.  Von ihm wissen Kenner, daß er sehr gern an Problemen tüftelt, die auf der Grenze zwischen zwei Gebieten liegen.  Etwa auf der Grenze  zwischen Technik und Kunst.  So eines war das Sergelsplatz-Problem, und Piet Hein hatte schon am Telefon eine Antwort:  „Was wir brauchen, ist ein Mittelding zwischen Kreis und Quadrat. Ellipse und Rechteck. Ich meine eine Kurve mit der gleichen Gleichung wie eine Ellipse, aber mit dem Exponenten von zweieinhalb“.


Die Superellipse von Piet Hein

Mathematiker wissen was das bedeutet. Vereinfacht gesagt, heißt es: Kurven  werden durch Formeln mit verschiedenen Graden oder Exponenten bestimmt.  Eine Gerade ist eine Kurve ersten Grades, ihr Exponent ist eins . Die Formel für Kreis und Ellipse hat den Exponenten zwei. „Wenn der Exponent ein wenig über zwei steigt, ist die Kurve auf dem Weg von Kreis oder Ellipse zu Quadrat oder Rechteck“, erklärt Piet Hein.  Es vergingen nur ein paar Tage, bis er mit Hilfe eines Computers berechnet hatte, wie man eine Kurve mit dem Exponenten zweieinhalb für das besondere Rechteck von  Stockholm zeichnen müsse.  „Sie hat Harmonie wie ein Stück Musik“, sagte Piet Hein.  Er nannte diese brandneue Kurve, die es bis dahin nicht gegeben hatte, „Superellipse“.  Die Superellipse war bald in Skandinavien so bekannt wie Piet Heins limerickähnliche Gedichte, die er „Gruks“ nennt. Es kamen superellpitische Tische, die in Restaurants 15 Prozent Platz  (gegenüber rechteckigen oder runden) sparen.  Es kamen superelliptische Teller, Tischsets, Salatschüsseln und Lampenschirme. Und Teppiche und Gardinenstoffe mit Superellipse-Mustern.

Und es kam als dreidimensionale Superellipse das Super-Ei, das Kolumbus Ei, das stehen kann:  aus Halbedelsteinen als Sternzeichen-Glücksbringer, eins aus Silber als Drinkkühler.  Damit der Superellipse-Tisch leicht und graziös wirkt und ohne Zarge auskommt, hat Hein für ihn das hochstabile Spannbein aus verchromtem Stahl entwickelt, das einfach unter die Platte geschraubt wird.

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