Otto Wagner, berühmter Architekt aus Österreich, Jugendstil-Architektur , Historismus und Moderne

Otto Wagner war Mitglied er Kommission für die Wiener Verkehrsanlagen .  Otto Wagner  wurde 1894 beauftragt, die Stadtbahn mit den dazugehörigen Bauten zu planen. Zu seinen Mitarbeitern gehörten zwei, die später ebenfalls bedeutende Architekten und Designer des Jugendstils wurden: Josef Maria Olbrich und – zu jener Zeit noch Student –  Josef Hoffmann.


Einige der Stationsgebäude haben die  Jahre überdauert und sind im Laufe der Zeit wieder instand gesetzt worden. Wer mit der Stadtbahn zu Otto Wagners spektakulärstem Bauwerk, der Kirche am Steinhof fährt, passiert solche Stationen.  Die prächtigsten stehen am Karlsplatz mitten in der Stadt, allerdings nicht mehr als Bahnstationen genutzt:  Eines beherbergt ein kleines Wagner-Museum, das andere ein Cafe.

Otto Wagners erste Entwürfe standen in der Tradition des Historismus

Zu Otto Wagners  frühen Bauten bekannte er sich gern, sie stehen – für ihn Jugendsünden – noch ganz in der Tradition des Historismus. Erst in den achtziger Jahren entwickelte sich Otto Wagner zum Modernen, der seine Bauwerke nach den Bedürfnissen der Benutzer entwarf und für neue Materialien und Techniken neue Formen suchte und fand.  Wagner, Sohn eines Juristen, hatte  am Polytechnischen Institut in Wien und an der königlichen Bauakademie in Berlin studiert und zunächst im Büro des Architekten Ludwig von Förster gearbeitet. Sein erster Bau, der in die Moderne weist, war die Länderbank (1883/84). 1894 kam zugleich mit dem Auftrag, die Stadtbahn zu planen, der Ruf auf einen freigewordenen Lehrstuhl an der Wiener Akademie.

„Um den Lehrzweck zu fördern“, schrieb er sogleich sein Buch „Moderne Architektur“, in dem Otto Wagner  seine Erfahrungen aus der Praxis in Thesen faßte und sich zum Einfachen und Praktischen als Spiegelbild der Zeit bekannte. Jede Bauform entstehe aus der Konstruktion und werde erst „successive“ zur Kunstform.  „Etwas Unpraktisches  kann nicht schön sein“, erklärte Otto Wagner.


Die Postsparkasse in Wien gehört zu Otto Wagners Werken, wie auch Möbel

Zu Otto Wagners bedeutendsten Bauten gehört, auch heute noch funktionell und ästhetisch gültig, die Postsparkasse in Wien, ein nobler Bau ohne Prunk und Monumental-Allüre.  Die Materialien:  Eisenbeton, Glas, Aluminium, Marmor , Hartgummi.  Auch das Mobiliar hat Wagner entworfen, handfest durabel.  Selbst Otto  Wagners großer Kollege Adolf Loos , ein erklärter Gegner der Tendenz , daß alles „bis zur Kohlenschaufel“ aus einer Architektenhand kommen müsse, fand an Wagner nichts zu kritisieren.  Er erkannte, daß Wagner, wenn er Möbel und Gebrauchsgegenstände entwarf, auch als der jeweils zuständige Handwerker denken konnte und dabei nie seine Künstlerschaft vergaß. In seiner größten Zeit, um 1900, hatte  Otto Wagner, mit Auszeichnungen und Ehrenämtern reich bedacht, fast siebzig Mitarbeiter im Büro. Architekten, Baumeister und Zeichner.

Otto Wagner wurde am 13. Juli 1841 in Wien-Penzing geboren und er starb in Wien am 11. April 1918.

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