Opern von Verdi: La Traviata, Nabucco, Rigoletto, Troubadour, Handlung, Ort und Zeit,

Maria Callas in La TraviataVerdi ist bis an sein Lebensende Opernkomponist im Sinne der Tradition seines Volkes geblieben.  Seine berühmtesten und meistgespielten Meisterwerke wollen wir hier vorstellen:   Ein Repertoire, was auch aus der Opera de Verona nicht wegzudenken ist. Wir beginnen mit

La TRAVIATA – Oper in vier Akten

nach Alexandre Dumas (d.J.) Romans „Die Kameliendame„.


Ort und Zeit:  Paris, 1840, Schauplätze: Saal in Violettas Haus, Zimmer in einem Landhaus, im Hause Floras, Violettas Schlafgemach

Handlung:

Durch die echte und auch echt erwiderte Liebe Alfreds zu der Halbweltdame Violetta sieht der alte Germont seine Familienehre bedroht. Jetzt bittet Alfreds Vater selbst Violetta, auf den jungen Germont zu verzichten und diese Trennung durch eine vorgespiegelte Untreue zu erleichtern. So findet Alfred, der seit drei Monaten mit Violetta das Glück ungetrübter Liebe genossen, eines Tages bei der Rückkehr in sein Landhaus einen Brief seiner Geliebten, der ihm ankündigt, daß Violetta aus innerem Drang  zu ihrem lockeren Lebenswandel zurückgekehrt sei.

Ein weiterer Brief sagt ihm, wo Violetta zu finden sei: auf einem Ball bei ihrer Freundin Flora. Von Argwohn und Leidenschaft getrieben, erscheint Alfred auf dem Maskenfest Floras.  Das Glückspiel erhitzt seine Sinne , es kommt zu einem furchtbaren Ausbruch seiner Eifersucht, er wirft die volle Brieftasche der Geliebten, die jetzt eine Dirne für ihn geworden ist, zu Füßen. Violetta sinkt bewußtlos zusammen, Alfred fühlt „der Reue bitteren Schmerz““.

Zu spät – die Schwindsüchtige liegt im letzten Akt hoffnungslos danieder, Alfreds Liebe und des alten Germont gütiges Verstehen können sie nicht retten. Von draußen dringt der Karnevalslärm in den dürftig erhellten Raum. Alfred hat, wie aus einem Brief seines Vaters an Violetta hervorgeht, den vermeintlichen Nebenbúhler Baron Douphol im Duell verwundet. Als er selber hereinstürzt, findet er eine Sterbende. Im Fieberschauer eines neuen Glücks sinkt sie mit den Worten „Gewiß, ich werde leben“, entseelt in den Lehnstuhl zurück.

NABUCCO. Oper in vier Akten.

Ort und Zeit:  Jerusalem und Babylon zur Zeit Nebukadnezars. 587 vor Chr. . Schauplätze: Tempel zu Jerusalem, Gemach der babylonischen Königsburg, ein anderer Teil der Königsburg. In Babylons hängenden Gärten, An den Wassern Babylons, Zimmer im Königspalast zu Babylon, Baalstempel.

Handlung:

Der siegreiche Nabucco wird in seiner Selbstvergötterung wahnsinnig; die Sklavin Abigail – eine überlebensgroß gezeichnete Opernfigur, die dem Ganzen das Gepräge gibt – maßt sich die Herrschaft an und erzwingt ds Todesurteil gegen Naabuccos eigene Tochter Renena. Durch das Gebet zu Jehova wird  Nabucco geheilt, die Gefangenen können in ihre Heimat zurückkehren.  Die unvermeidliche Liebesgeschichte bedingt einige Zugeständnisse: ihr Held ist der junge Hebräer Ismael, eine bloße Randfigur, kein tragender Tenor.

Da diese frühen Verdischen Opernfiguren noch kein tieferes menschliches Interesse beanspruchen, muß man dem Hergang der Ereignisse in großen Zügen folgen .Und da hebt sich immer wieder die Chorszene „Teure Heimat“ mit ihrer einfachen, einprägsamen Melodik heraus, durch die eigentlich der Triumph dieser dritten Oper Verdis nach der Mailänder Uraufführung besiegelt wurde: fortan galt der Gesang der gefangenen Israeliten mit der Vision ihrer Rückkehr aus der Knechtschaft als politischer Befreiungsappell der italienischen Patrioten.  In diesem Sinne zündet das Stück auch noch heute.  Die ganze Chorszene muß meistens wiederholt werden.

RIGOLETTO   Oper in drei Akten

Ort  und Zeit:    Mantua um 1560- Schauplätze: Saal im herzoglichen Palast, eine öde Straße, kleiner Saal im Herzogspalast, oder Ort mit Spelunke, am Ufer des Mincio.

Inhaltsangabe:

Rigoletto, ein körperlich mißgestalteter Mensch mit zwei Seelen in der Brust, hält seine Tochter Gilda streng verborgen, um sie nicht dem sittenlosen Treiben am Hofe des Herzogs auszusetzen;  andererseits ermuntert er den bedenkenlosen Frauenverführer zu verwegenen Abenteuern und Schandtaten. Aber die Höflinge wissenum das Gilda-Geheimnis und entführen das Mädchen, das als Geliebte Rigolettos gilt, um es dem Herzog als Beute auszuliefern.

Der Herzog hatte sich dem zarten Mädchen schon einmal unter dem Deckmantel eines Studenten genähert und ehrliche Liebe empfunden. So ergibt sich der furchtbare Konflikt in der Seele des Narren. Rigoletto sinnt auf Rache. Ein Gewohnheitsverbrecher der Spelunkenbesitzer Sparafucile, wird von ihm gedungen, den Herzog umzubringen. Vorher aber soll Gilda, die, entehrt und hilflos, noch immer an die aufrichtige Liebe des Verführers glaubt, Zeugin eines neues Abenteuers des Herzogs werden:  die Straßentänzerin Maddalena, Sparafuciles schöne Schwester, eine Art Carmen im kleinen, dient dem Lohnmörder und seinem Auftraggeber Rigoletto als Werkzeug finsterer Pläne und damit als Vollstreckerin des Fatums.

In einer gewittertobenden Nacht – „Wind-Chor“ in der Ferne, zuckende Blitze im Orchester , eine genial schaurige Tonmalerei – vollendet sich die Tragödie, indem statt des Herzogs die als Mann verkleidete, opferbereite Gilda von dem Brava erdolcht wird. Die verliebte Maddalena hatte es nicht übers Herz gebracht, den hübschen jungen Mann mitwissend erdolchen zu lassen, und dem Bruder zugeredet, den nächsten besten Ankömmling zu beseitigen.

Gilda  wurde Zeugin dieser veränderten Situation und suchte in ihrer auswegslosen Verzweifelung den Tod.  Einer derexplosivsten Effekte ist es, wenn das  Liedchendes heimkehrenden Herzogs von weitem ertönt und Rigoletto in die in einen Sack gehüllte Leiche als seine Tochter erkennt.  Das abschließende Duett der sterbenden Gilda und des Rigoletto d oft fortgelassen; aus formalmusikalischen und künstlerischen Gründen sollte es aber, obwohl es nicht zu den stärksten Einfällen Verdis gehört, beibehalten werden.

DER TROUBADOUR  –  Oper in vier Akten

Ort und Zeit:   Spanien (Biscaya und Aragonien/Aragon) – 15. Jahrhundert.  Schauplätze:  Wache, Garten, Zigeunerlager, Kreuzgang eines Klosters, Heerlager ds Grafen Luna, Saal auf der Feste Castellor, Kerkerhof, Kerker,

Handlung:

Ein  jüngerer Bruder des Grafen Luna wurde druch eine Zigeunerin verhext. Zur Strafe wurde die Zigeunerin verbrannt. Die Tochter dieser Zigeunerin (Azucena) rächte den Flammentod der Mutter, indem sie den  – gleichfalls verhexten – Sohn des Grafen raubte und umbrachte. Der Graf gab auf dem Sterbebett Befehl, die Zigeunerin zu verfolgen, die seither spurlos verschwunden.

Von dem Grafen singt Fernando in dieser Kavatine: „Eine Stimme sprach in seinem Innern, daß sein Kind damals nicht dem Tod verfallen“.  In der Tat blieb das Kind – aber das erfahren wir nicht mehr von Fernando – am Leben, denn die Zigeunerin verwechselte in ihrer Erregung den fremden Knaben mit dem eigenen Sohn und warf diesen in die „lodernden Flammen“.  Unter dem Namen Manrico wuchs das fremde Pflegekind heran und wurde Troubadour.

Und nicht nur Troubadour: Manrico wurde auch in die spanischen Geschlechterkämpfe um die Krone des Königreichs Aragon verwickelt und kämpfte auf der Seite der Gegner des jungen grafen Luna. Verdi schreibt in einem Brief, worin für ihn überhaupt  der Sinn dieses Schauerdramas bestand: „Man muß die beiden großen Leidenschaften dieser Frau (Azucena) – bis zuletzt fortdauern lassen: die Liebe zu Manrico und den wilden Durst, die Mutter zu rächen.  Wenn Manrico tot ist, wächst ihr Rachegefühl ins Gigantische ………..“

Zu Beginn der Oper erfahren wir nicht nur diese dunkle Vorgeschichte , sondern wir werden unmittelbar auch Zeugen eines Konflikts der Eifersucht: Graf Luna liebt Leonore von Sargasto, die den Nebenbuhler, eben jenen „Zigeuner“ Manrico, begünstigt.  Schon aus der Exposition des Dramas  dürfen wir den richtigen Schluss ziehen: der junge Luna  und Manrico sind Brüder – es geht in der Oper um einen Bruderkampf. Zwischen dem ersten und zweiten Akt ist ein größerer Zeitraum zu denken: die Brüder kämpfen in zwei feindlichen Heeren, und da Manrico angeablich fiel, nahm Leonore  den Schleier der Nonne.

Luna tritt auf, um sie gewaltsam zu befreien – in diesem Augenblick steht Manrico wieder vor ihn, der in der Schlacht nur verwundet ward.  Später wird Azucena gegriffen – Ferrando hat sie erkannt.


Die Zigeunerin soll verbrannt werden. Manrico reißt sich aus einem kurzen Liebesglück mit Leonore heraus, um die Mutter zu retten. Aber Manrico verliert eine Schlacht und ist nun zusammen mit Acuzena der Rache Lunas preisgegeben.

Da versucht Leonore, den Lauf der Dinge ein letztes Mal aufzuhalten: um den Preis der Hingabe an Luna ringt sie diesem das Versprachen ab, Manrico freizulassen. Heimlich nimmt sie Gift, ist aber im Tode noch mit Manrico im Kerker glücklich vereint. Der rasende Luna läßt Manrico zum Scheiterhaufen abführen. Als die Flammen aufschlagen, erfährt er von Azucena die Wahrheit: „Er ist Dein Bruder“!

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