Multinationale Unternehmen sehen großes Potenzial in Afrika

Langfristige Prognosen sagen großes Wachstum in Afrika voraus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist der Meinung, dass der afrikanische Kontinent binnen der nächsten paar Jahre in Sachen Wachstum an zweiter Stelle steht.

Trotz der teilweise großen Probleme, mit denen Afrika zu kämpfen hat, setzen Unternehmen vor allen Dingen auf den Verbrauchermarkt. Für die größten Märkte in Afrika wird bis 2025 jedes Jahr ein Wachstum von 5 Prozent erwartet. Marktforscher sagen Milliardengeschäfte voraus.

Vor allen Dingen die jungen Leute interessieren sich für alles, was sich auf dem Elektronikmarkt bewegt. Auch die wachsende Mittelklasse trägt zur Kaufkraft auf dem Kontinent bei. Vor allen Dingen der Bereich Internet wird voraussichtlich besonders stark wachsen. Verwundern sollte dieser Fakt niemanden. Allein die Telekommunikationsunternehmen haben 2016 in Afrika einen Umsatz von 71 Milliarden US-Dollar gemacht.


Wachstum zieht natürlich auch Investoren an. Es gibt einen Bericht von McKinsey Global Institute, der sich mit dem Potenzial in Afrika befasst. Bis 2034 soll es in Afrika mehr Leute im arbeitsfähigen Alter geben als in Indien oder China. Technologie wird das Wachstum natürlich weiter befeuern.

Der Report sieht aber auch auf die problematische Seite. Durch den arabischen Frühling wurde das Wachstum in Nordafrika praktisch lahmgelegt. Den ölfördernden Ländern macht der niedrige Ölpreis zu schaffen.

Afrika zieht Investoren an

Dennoch sehen multinationale große Chancen und investieren in Afrika. Zahlen lassen sich schlecht festlegen, da sich monatlich mehr Unternehmen aus den verschiedensten Branchen in Afrika ansiedeln. Im Jahre 2018 sind Großbritannien und Frankreich führend bei den Investitionen in Afrika. Sie liegen damit nach den USA auf Platz Zwei und Drei. Auch China investiert stark und selbst für deutsche Unternehmen werden Chancen gesehen.

Es investieren aber nicht nur Dax-Konzerne und Großunternehmen wie Siemens und BASF in Afrika. Die Firmen kommen aus allen Bereichen. Das Online-Casino Betway hat zum Beispiel ein Büro in Ghana eröffnet. Das Kosmetikunternehmen Nivea ist ebenfalls in Ghana vertreten, weil es das Potenzial in diesem Land für seine Produkte erkannt hat und Renault verkauft Autos. Welche Firmen aus Deutschland in Afrika investiert haben, finden Sie in dieser Unternehmensdatenbank.

Firmen müssen sich natürlich den Herausforderungen stellen, die für jedes Land und jeden Kontinent unterschiedlich sind. Dass Afrika reich an Ressourcen und Rohstoffen ist, das ist hinlänglich bekannt.

Lokales Know-How ist unbezahlbar

Die globalen Unternehmen wissen zwar, wie sie sich vermarkten können und wie die Geschäftswelt funktioniert, aber sie brauchen dennoch das Wissen der einheimischen

Bevölkerung. Dinge laufen nun mal anders als in Europa oder den USA, zumindest im Moment.

Das Wissen hilft, in den Bereichen mit dem stärksten Wachstum Fuß zu fassen. Vor allen Dingen Versorgungsbetriebe und der Handel sind führend. In diesen Bereichen brauchen Sie aber Unterstützung von Leuten, die sich mit den jeweiligen Gepflogenheiten auskennen.

Auch in den Branchen Medien und Tourismus kommen Unternehmen nicht ohne das lokale Know-How aus. Im Tourismus ist Zusammenarbeit besonders gefragt. Urlauber brauchen das Vertraute, kombiniert mit dem lokalen Wissen.

In der Landwirtschaft hilft ebenfalls das lokale Wissen, das in neue Technologien integriert wird. Auf dem Kontinent wurden diverse Apps entwickelt, mit denen Landwirte unter anderem ihre Felder überwachen können. Beispiele an dieser Stelle sind Farming Instructor in Tansania und Farmerline aus Ghana.

Silicon Savannah

Den Begriff Silicon Valley kennt eigentlich jeder und in Afrika hat sich ebenfalls ein technologisches Ökosystem entwickelt. Die Silicon Savannah ist in Kenia zu finden. Dort haben sich unter anderem schnell wachsende soziale Unternehmen wie M-Kopa niedergelassen. Die Firma verkauft Solar-Systeme für den Heimbereich in Kenia, Tansania und Uganda. M-Kopa wurde im Jahre 2012 gegründet und hat seitdem über 300.000 Eigenheime in Afrika mit Solarenergie versorgt.

Nicht nur in der Landwirtschaft finden viele Innovationen auf dem afrikanischen Kontinent statt. Auch in der Medizin machen die Wissenschaftler große Fortschritte. Das verbessert nicht nur den Lebenstandard der Bevölkerung, sondern hilft auch der Wirtschaft des Kontinents.


Weitere Innovationen zielen auf bestimmte Branchen, die in Afrika besonders stark vertreten sind. Zum Beispiel hat die Universität in Pretoria eine Mine als Virtuelle Realität entwickelt. Dort können die entsprechenden Unternehmen Arbeiter ohne Risiko ausbilden. Natürlich lassen sich solche technologischen Erfindungen in andere Länder exportieren, die ebenfalls Minen haben und Unfälle möglichst vermeiden wollen.

Südafrika ist so etwas wie ein Zugpferd für den afrikanischen Kontinent. Viele der umsatzstärksten Firmen kommen aus dem Land, das sich an der Südspitze Afrikas befindet. Vielleicht ist das Kap der Guten Hoffnung nun für die Moderne ein Symbol, das für den Aufschwung Afrikas steht.