Michelangelo Buonarroti , berühmter italienischer Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter (1475-1564)

David_von_MichelangeloMichelangelo Buonarroti  oft nur Michelangelo (vollständiger Name: Michelangelo di Lodovico Buonarroti Simoni; * 6. März 1475 in Caprese, Toskana; † 18. Februar 1564 in Rom), war ein italienischer Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter. Er gilt sowohl als einer der bedeutendsten Repräsentanten in der Kunst der italienischen Hochrenaissance als auch weit darüber hinaus.

Michelangelos entscheidener Karrieresprung war daramtisch.  Er meißelte gerade als Lehrling an einem Faun, als Lorenzo Medici vorbeikam und kritisch anmerkte, wieso so ein alter Faun so ein vollständiges Gebiss haben könne. Da haute Michelangelo mit einem einzigen Hammerschlag dem Faun einen Zahn aus dem Oberkiefer. Aus Begeisterung aus dieser Kombination von Temperament und Geschick nahm Lorenzo ihn in sein Haus auf.  Michelangelo lies sich aber dort in einem Streit sein Nasenbein zertrümmern.


Danach ging er nach Padua und Rom, schuf dort seine marmorne Pieta  (trauernde Maria mit dem toten Christus auf dem Schoß), kehrte nach Florenz zurück, wo er zwei Jahre lang mit einem Marmorklotz kämpfte, um den in ihm eingeschlossenen David zu befreien.  (Kopie steht vor dem Palazzo Vecchio, Original in der Akademie der Künste in Florenz – wenn Sie können – unbedingt ansehen !!!!), und wurde dann von Papst Julius II beauftragt, die Sixtinische Kapelle auszumalen.

Dort malte er auf dem Rücken liegend, an die Decke der Kapelle die berühmten Szenen aus dem Alten Testament: Die Schöpfung, wie Gott Vater seine rechte Hand ausstreckt und damit, ihn erschaffend, den schlaffen Finger Adams berührt; den Sündenfall; Noah, wie er betrunken ist; und vieles mehr und alles im Geiste des Alten Testaments, dh. prophetisch, nicht malerisch, sondern plastisch. Und in das Bild der Schöpfung der Welt lässt Michelangelo die Energie seiner eigenen Schöpfungskraft beim Malen einfließen, die Dynamik, die Kräfte hinter der Geburt einer Welt unddie Leidenschaften, die sich allein in den menschlichen Körpern ausdrücken.

Michelangelo Buonarrotis Fresken in der Sixtinischen Kapelle

Ungefährt 50 weibliche und männliche Akte enthält die Sixtinische Kapelle, aber keine Landschaften und keine Pflanzen. Alles ist athletische Kraft; Michelangelos muskkulöse Körper sind nicht sinnlich, sondern stark.  Als Maler war Michelangelo  ein Bildhauer und als Bildhauer ein Bodybuilder. Vier Jahre arbeitete Michelangelo an der Decke im ständigen Streit mit dem Papst, der das Gemälde sehen wolltge und Michelangelo drängte, das Gerüst abreißen zu lassen.  Als der sich weigerte, drohte der Papst, ihn vom Gerüst hinunterwerfen zu lassen. Als er es endlich sah, gestattete er sich zu sterben.

Er hatte das gewaltigste Kunstwerk erblickt, das jemals geschaffen wurde. Michelangelo verzichtete auf alles Pittoreske, Dekorative, Ornamentale, auf Landschaften, Arabesken, architektonische Hintergründe und konzentrierte sich nur auf die menschlichen Körper. Seine Bilder atmen den Geist des Alten Testaments oder des neuen Protestantismus. Sie haben etwas Düsteres, für die Renaissance Untypisches, und gerade deshalb wurde Michelangelo einer ihrer grössten Künstler.

Wenn er arbeitete war er besessen. Er vernachlässigte sich und schlief in seinen Kleidern. Nach der Fertigstellung der Sixtinischen Kapelle war er vorzeitig gealtert. Trotzdem wurde er fast 90 Jahre alt.


Michelangelos Werk ist so umfangreich, dass es sich nur in Auszügen darstellen lässt.

  • 1489–1492, Madonna an der Treppe, Marmorrelief. Florenz, Casa Buonarroti
  • 1492–1493, Kentaurenschlacht, Marmorrelief. Florenz, Casa Buonarrot
  • 1492, Kruzifix, Marmorstatue an hölzernem Kreuz. Florenz, Santo Spirito
  • 1494–1495, Arca di San Domenico, Statuen des Hl. Petronius‘, Hl. Prokulus‘ und Leuchterengels. Bologna
  • 1496–1497, Trunkener Bacchus (Skulptur) Florenz, Bargello
  • 1498–1499, Pietà (Skulptur) im Petersdom in Rom
  • 1501–1504, Piccolomini Altar, Statuen des Hl. Pius‘, Hl. Gregors d. Gr., Hl Petrus‘, Hl. Paulus‘. Dom zu Siena
  • 1501–1504, David (Skulptur) in Florenz (Abb. rechts)
  • 1503, Tondo Taddei, Marmorrundrelief. London, Royal Academy
  • 1503–1505, Brüggemadonna, Marmorstatue. Brügge, Liebfrauenkirche
  • 1504–1505, Tondo Pitti, Marmorrundrelief. Florenz, Bargello
  • 1504–1505, Tondo Doni, Rundgemälde. Florenz, Uffizien
  • 1505–1515 und später, Skulpturen für das Grabmal Papst Julius II., u. a. Sterbender Sklave (Abb. rechts, heute im Louvre, Paris), Moses.
  • 1508–1512, Fresken der Sixtinischen Kapelle in Rom
  • 1519–1521, Der auferstandene Christus, Marmorstatue. Rom, Santa Maria sopra Minerva
  • 1520–1534, Grabmäler der Herzöge Giovanni und Lorenzo II. de Medici in der Neuen Sakristei der Medici-Kapelle in Florenz
  • 1524–1526, Biblioteca Medicea Laurenziana in Florenz
  • 1530, Apollo, Marmorstatue. Florenz, Bargello
  • 1532–1534, Der Sieger, Marmorstatue. Florenz, Palazzo Vecchio
  • 1533, Der Sturz des Phaeton, Royal Library, Windsor (seit 1810)
  • 1533, Der Sturz des Phaeton, British Museum
  • 1534–1541, Jüngstes Gericht in der Sixtinischen Kapelle
  • 1553, Der Sturz des Phaeton, Galleria dell’Academia in Venedig
  • 1560–1562, Santa Maria degli Angeli e dei Martiri in Rom
  • 1547-, Bauleitung Petersdom, Kuppel
  • 1547–1564, Pietà Bandini, Florenz, Museo dell’Opera del Duomo
  • 1553–1564, Pietà Rondanini, Mailand, Castello Sforzesco
  • 1554-1564 Pietà Roma, zerstört