Mart Stam, berühmter Architekt und Designer, berühmte Architekten

Mart Stam Weissenhofsiedlung in Stuttgart, wikiepdia.deMart Stam wurde am 5. August 1899 in Pumerend in Holland geboren und starb am 23. Februar 1986 in Goldbach in der Schweiz.   Schon als junger Mann hat Mart Stam Verbindungen ins Ausland angeknüpft, überall da, wo sich die wesentlichen Entwicklungen jener Jahre zutrugen.

Mart Stam hatte in Amsterdam an einer Schule für Zeichenlehrer gelernt und danach als Praktikant bei mehreren niederländischen Architekten gearbeitet.1922 ging er , angezogen von Bruno Tauts Zeitschrift „Frühlicht“, nach Berlin und wurde Mitarbeiter des Architekten Max Taut und Hans Poelzig.


Mart Stam war ein Multitalent

Damals hatte Mart Stam  auch Kontkat mit dem russischen Maler und Architekten El Lissitzky, der 1930 für einen Armlehnstuhl aus Acrylglas ein deutsches Patent bekam. Es folgen Jahre in der Schweiz, wo Mart Stam  in Architekturbüros mitarbeitete und die Zeitschrift „ABC“ mit herausgab. Ende der  zwanziger Jahre beteiligte er sich an der Werkbundausstellung in Stuttgart, war Gründungsmitglied des CIAM  (Congres International de Architecture Moderne) in dem Schweizer Ort La Sarraz, war Gastdozent am Bauhaus in Dessau.  Von 1930 an lebte er vier Jahre in Rußland, wo er im Team von Ernst May an Stadtplanungen für mehrere Städte mitarbeitete.

1934 kerhte mart Stam nach Holland zurück, arbeitete als freier Architekt zusammen mit seiner ‚Frau Lotte Beese und hatte eine Reihe von Ämtern inne. So als Direktor des Instituts für Angwandte Kunst in Amsterdam, als Herausgeber der Zeitschrift „Open Oog“, Mitbegründer des Instituts „Goed Wonen“.

Vier Jahre war mart Stam  Direktor der Saatlichen Hochschule für bildende und angwandte Kunst in dresden und Weißensee, kehrte dann in die Niederlande zurück. 1966 gab er alle öffentlichen Tätigkeiten auf, lebte seitdem zurückgezogen in der Schweiz und wünschte, nicht gestört zu werden.

Mart Stam, der Designer – noch heute werden seine Freischwinger vertrieben.

Stahlrohr war in den späten zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts das Material, und es arbeiteten viele daran, Thonets Erfindung des gebogenen Holzes auf dieses moderne Material zu übertragen, so Marcel Breuer, Mies van der Rohe, Le Corbusier, um nur die allerbekanntesten zu nennen. Mart  Stam kam als erster damit heraus. Aufs Rohr bekommen war Mart Stam  durch sein neu erworbenes Fahrrad, dessen elegant geschwungener Lenker ihn entzückte.  Für den Stuhl hat er Stahlrohr mit dem Durchmesser der üblichen Gasrohre zu einem endlosen Rohr und aus diesem wiederum das Gestellt gebogen, das nicht auf vier Beinen steht, sondern auf einem am Boden liegenden U ruht.  Dabei legte Mart Stam  Wert  auf enge Radien und verwendete auch die vom Gasrohr bekannten Fittings.


Um den Stuhl standfest zu machen, musste man die Rohre an den Biegungen mit Einlagen versteifen – der Stuhl konnte also nicht federn.Mart  Stams Modell wurde 1927 auf der Werkbundausstellung in der Stuttgarter Weißenhof-Siedlung gezeigt.  Die heute noch hergestellte Version wurde von Mart  Stam akzeptiert.

Als Mart  Stam in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts seinen Stuhl von 1926 weiterentwickelte, war ihm Marcel Breuers Stuhl mit Stahlrohrgestell, Holzrahmen und Wiener Geflecht bekannt, Mart Stam  sprach mit Hochachtung von Breuers Möbelentwürfen.  Sein eigener Entwurf wich in einigen Details von Breuers „Ceska“ ab, so waren  die Biegungen enger, der Holzrahmen höher  und nicht an der Vorderkante leicht abwärts gebogen, das Rückenteil kleiner und stärker gewölbt. Vor allem aber hatte Mart Stam nicht den Knick in den Rückenrohren. Ausserdem war er im ganzen schmäler. Die jetzt produzierte Version gleicht eher dem „Ceska“ von Breuer, der harmonischer und eleganter ist als Stams Entwurf.