Manon Lescaut, La Boheme, Tosca, Madame Butterfly, Opern des berühmten Komponisten Giacomo Puccini

Puccini_Tosca_wikipedia.orgTOSCA  Ein Musikdrama in 3 Akten.

Ort und Zeit: Rom, Juni 1800 – Schauplätze: Inneres der Kirche Sant Andrea della Valle, Zimmer im Palazzo Farnese, Plattform der Engelsburg.   Inhalt:  Heiße , eifersüchtige Liebeauf düsterem politischen Hintergrund der napoleonischen Zeit ist das Thema dieser Oper, deren literarisches Vorbild im Sensationsdrama des Franzosen Victorien Sardou (1831-1908) war.   Auch als Oper ist das Stück von aufpeitschenden Leidenschaften durchjagt. Der krasse Realismus des zweiten Aktes mit der Folterszene und die Erschießung des Cavaradossi im dritten Akt geht manchem auf die Nerven, obwohl sich gerade in diesem Werke die idealisierende Schönheit und Ausdruckskraft von Puccinis Musik, seine an Wagner geschulte tondichterische Kunst der phantastischen Szenenführung zeigt.


Der erste Akt läßt das Drama sofort erregt anrollen und exponiert die dramtsichen Gegensätze: hier der aus dem Gefängnis ausgebrochene politische Häftling Angelotti, ehemaliger Konsul der Republik Rom, und sein Freund Cavaradossi- dort Scarpia mit dem Anhang seiner suspekten Staatspolizei. Es zeigt sicher ferner, daß Floria Tosca dem Maler Mario Cavaradossi in eifersüchtiger Hörigkeit ergeben ist. Auch Scarpia stellt der schönen Frau nach. Ein Fächer, der bei der Durchsuchung der Kirche gefunden wird, ist verräterisch, denn er gehört der Atavanti, einer Schwester des Angelotti, in der Floria Tosca ihre Nebenbuhlerin sieht. Geschickt versteht Scarpia das Netz zu spinnen. Eifersucht ,Politik, große prachtvolle Szenen und Ensembles geben diesem Akt das Gesicht. Die abschließende Tedeum-Szene mit Scarpia krönt den Aufzug.

Angelotti ist in den Kleidern, die in der Kapelle der Atavanti bereitlagen, entkommen, aber Cavaradossi wurde verhaftet. Im Palazzo Farnese treibt das Spiel seinem grausamen Höhepunkt entgegen. Um das Vesteck Angelottis zu erkunden, wird Cavaradossi im Nebenraum von Scarpias Arbeitszimmer gefoltert. Was er standhaft verschweigt, verrät Tosca aus Furcht und Mitleid um den Geliebten.  Nun wendet sich das Geschehen wieder ins Politische: die Nachricht, daß Napoleon bei Marengo gesieht habe, scheint die Situation zu wenden. Cavaradossi stimmt ein leidenschaftliches Revolutionslied an und wird von Scarpia dafür zum Tode verurteilt.

Floria Tosca aber hat dem Scarpia das Liebesversprechen gegeben. Dafür soll Cavardossi nur zum Scheine erschossen werden. Scarpia  sichert der schönen Frau und ihrem Geliebten freies Geleid zu. Ohne zu ahnen, dass diese Zugeständnisse des Polizeigewaltigen nur erheuchelt sind, wird Floria Tosca zur Rächerin an dem Verbrecher: sie ersticht Scarpia in dem Augenblick, als er sich ihr nähert, um seinen „Lohn“ zu fordern.

Der letzte Akt bringt die furchtbare Wahrheit an den Tag: Eben noch haben Cavardossi, der sich schon auf den Tod vorbereitete, und Tosca in Zukunftshoffnungen geschwelt, als das Erschießungskomando antritt.  Da sich Cavaradossi nach der Salve nicht erhebt, erkennt Tosca den mörderischen Betrug. Vor den Häschern stürzt sie sich von der Plattform der Engelsburg in die Tiefe.

MADAME BUTTERFLY – Tragödie einer Japanerin in drei Akten und zwei Bildern.

Ort und Zeit:  Nagasaki in Japan, um 1900. Zwischen dem ersten und zweiten Aufzug liegen fast drei Jahre. Schauplätze: Terrasse; das Innere des Hauses von Cho-Cho-San  (2. und 3. Akt gleiches Bild).

Cho-Cho San wird mit dem amerikanischen Marineleutnant, Linkerton nach japanischer Sitte vermählt, wird aber von ihrem Onkel Bonze verflucht, als sie auch ihrem Glauben untreu wird. Linkerton  hat diese Ehe nur als Spielerei betrachtet und damit furchtbare Schuld auf sich geladen. Als er nach drei Jahren in Begleitung seiner amerikanischen Freu wiederkehrt, durchschaut Madame Butterfly fassunglos das Geschehene und bringt sich mit dem Dolch um.  Linkerton findet sein kleines Kind neben der toten Mutter.

MANON  LESCAUT. Lyrisches Drama in vier Akten nach dem Roman des Abbe Antoine-Francois Prevost

Ort und Zeit: Frankreich und Amerika, um 1750 – Schauplätze: Vor der Post in Amiens, Salon bei Geronte, im Hafen von Le Havre, öde Ebene in Amerika.

Inhalt:   Der Chevalier des Grieux entführt die fürs Kloster bestimmte schöne Manon, noch ehe ihr reicher Anbeter, der kgl. Steuerpächter, zugreifen kann. Manons betrunkender Bruder und der geprellte Geronte haben das Nachsehen. Die flatterhafte Manon ist ihrem Liebhaber, dem Chavalier des Grieux, nicht treu geblieben, denn er ist mittellos. So wurde sie doch die Geliebte des Geronte.  Des Luxus überdrüssig , lässt sie sich erneut mit dem Chevalier ein. Vor der Flucht nimmt sie ihren Schmuck mit sich. Und wieder hat der verdächtige Bruder seine Hand im Spiel. Da erscheint, geführt von Geronte, die Wache und verhaftet Manon wegen Diebstahls. Das Mädchen wird auf die Schreckensinsel verbannt. Ein Befreiungsversuch des Chevalier mißlingt. Mitleidig nimmt ihn der Kapitän des Deoprtationsschiffes in Dienste. Auch in Amerika siegt der Leichtsinn über die echte Leidenschaft des haltlosen Mädchens; sie zieht ihren Liebhaber in eine blutige Affäre, beide müssen fliehen. Erschöpft stirbt Manon in den Armen des Chevaliers in einer öden Gegend an der Grenze von New Orleans.

LA BOHEME:  Szenen in vier Bildern.

Ort und Zeit:  Paris um 1830 – Schauplätze: in der Mansarde, im Quartier Latin, an der Zollschranke, in der Mansarde

Der erste Akt gipfelt in dem weltbekannten Duett Mimi/Rudolf, das den Liebesbund des Dichters und der zarten, lungenkranken Mimi ankündigt. Vorher erlebten wir Szenen der Pariser Boheme, zum großen Teil von Puccinis eigener Hand geformt. Frierend und ohne einen Heller in der Tasche sinnen Rudolf und Marcel, später Collin, in der Mansarde ihrem Schicksal nach. Da bringt Schaunard, der einem Papagei“Gesangsunterricht“ gegeben hat, ein paar Francs heim, und fröhlich wird die Barschaft geteilt. Mit dem mietefordernden Hauswirt wird man auf drollige Weise fertig. Die Freunde begeben sich ins Cafe. Rudolf will nachkommen. Da kommt die Blumenstickerin Mimi und bittet um Feuer, um ihre Kerze zu entzünden. Es entzündet sich auch jene rührende und leidenschaftliche Liebe, deren hinreißender musikalischer Ausdruck seit der Uraufführung der Boheme die Menschen beglückt.

Vor dem Cafe Momus drängt sich die Menge in weihnachtlichem Treiben  (Puccinis geniale Schilderungskunst), zu den plötzlich reich gewordenen Freunden tritt ein sehr ungleiches Paar: die hübsche, leichtsinnige, schnippische Musette mit einem bejahrten Kavalier. Sie ist des sorglosen Dasein überdrüssig geworden und sehnt sich nach ihresgleichen zurück. Musette war die Freundin des Malers Marcel – und sie wird es in diesem Akt von neuem.  So gibt es zwei glückliche Paare, denn auch Mimi und Rudolf sind erschienen. Der Geck Alcindor darf die Rechnung bezahlten.

Winterliche Schwermut liegt nicht nur über der Szene am Pariser Zollposten ,sondern auch über den Seelen der Menschen, die im Mittelpunkt unserer Oper stehen. Mimi belauscht ein Gespräch zwischen Rudolf und Marcel und erfährt den wahren Grund des unerklärlichen Nachlassens seiner Liebe: Rudolf glaubt nicht in der Lage zu sein, der hoffnunglos kranken Freundin zu helfen; überdies: er ist ein wenig eifersüchtig. Auch  Marcel hat seine schweren Sorgen: Musette sehnt sich nach einem Leben in Glanz und Überfluss zurück, da er ihr das nie wird bieten können, läuft sie ihm davon.

Es geschieht nicht eben viel in diesem dritten Akt, abaer in seiner Stimmung ist er unvergleichlich, und musikalisch erhebt er sich zu einem der größten Ensembles, die Puccini geschrieben hat:  dem Quartett Mimi – Musette – Rudolf – Marcel.

Der letzte Akt kann nur noch das bittere Ende bringen. Es zieht sich sozusagen künstlich hinaus, und der Musiker hatte, wie seine Librettisten , zu tun, das Werk nicht abgleiten zu lassen. So wurde Collins Lied an seinen Mantel eingefügt, den er ins Leihhaus bringen will; und so war eine komische tänzerische Duellszene erfunden worden. Mimi kommt , um Rudolf noch einmal vor ihrem Tode zu sehen. Aber die letzten Liebesbeweise kommen zu spät. Über der Sterbeszene liegt schneidende Wehmut.

TURANDOT  –  Lyrisches Werk in drei Akten und fünf Bildern

Ort und Zeit: China (Peking) vor 3000 Jahren .  Schauplätze: Vor der Mauer der Kaiserstadt, Pavillion der große Schloßplatz, Der Schlossgarten, Aussenseite des Kaiserpalastes

Handlung:  Die Textautoren folgtem dem alten Märchen und seiner bekanntesten dramtischen Prägung durch Gozzi, aber Puccini hat die Charaktere und den Sinn der Geschehnisse nicht unwesentlich verändert.


Das Handlungsgerüst: die grausame Prinzession Turandot verlangt Blutopfer von Freiern, sofern sie nicht drei Rätselfragen lösen können. Auch der Prinz Kalaf wird von der Schönheit der Prinzessin beblendet und wagt das Spiel. Eine besondere, lyrisch melancholische Note  bekommt das Spiel durch die heimliche Liebe der Sklavin Liu zu dem Prinzen. Die Minister Ping, Pang, Pong geben zur  Handlung heitere, tänzerische Auflockerung – sie ersehnen den Retter. Der hohe pathetische Konflikt erfüllt das dritte Bild mit dem Staatsakt: der Prinz löst die drei Fragen. Der rasenden Turandot stellt er seinerseits eine Bedingung, mit der er sein Leben nochmals auf Spiel setzt; wenn sie seinen Namen bis zum nächsten Tag nennen kann, dann will er sich dem Beil des Henkers preisgeben. Liu verrät den Namen selbst unter den Qualten der Folter nicht; sie tötet sich selbst. An dieser Stelle sank dem Tondichter Puccini die Feder aus der Hand . – Das Stück endet mit dem großen Zwiegesang des Kalaf und der in eine Liebende verwandelten Prinzessin. Turandot verkündet den Namen des Prinzen: er heißt Gemahl!

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