Leonardo da Vinci aus Vinci, berühmter Maler, Bildhauer, Architekt, Philosoph (1452-1519)

Leonardo da Vinci (* 15. April 1452 in Anchiano bei Vinci; † 2. Mai 1519 auf Schloss Clos Lucé, Amboise, eigentlich Leonardo di ser Piero, toskanisch auch Lionardo) war Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph. Er gilt daher auch als einer der bedeutendsten Universalgelehrten aller Zeit. Sein Namenszusatz „da Vinci“ ist kein Familienname, sondern bedeutet aus Vinci. Der Geburtsort Vinci ist ein Kastell bzw. befestigtes Hügeldorf und liegt im Florentiner Territorium (ca. 30 km westlich von Florenz) nahe Empoli.


Leonardo da Vinci dürfte wohl das berühmteste Bild der Welt gemalt haben, die Mona Lisa (hängt im Louvre in Paris). Er verkörperte am deutlichsten das Idel der Renaissance-Menschen: nämlich das Universalgenie.  Leonardo da Vinci  war Architekt, Erfinder von Apparaten und Kriegsmaschinen, ein vollendeter Zeichner, ein unermüdlicher Naturforscher, ein ideenreicher Ingenieur und ein genialer Maler.  Leonardo da Vinci  entwarf Kostüme und Schmuck, malte Fresken und Portraits, baute Bewässerungskanäle, entwarf Badezimmer, malte Pferdeställe aus und schuf Madonnenbilder und Altäre.

In Mailand malte er eines seiner berühmtesten Bilder: das Abendmahl. Es zeigt die Jünger in demMoment, in dem Christus sagt:  „Einer von Euch wird mich heute verrraten“.  Dann ging Leonardo da Vinci  nach Florenz und ließ sich auf einen Wettbewerb mit seinem Rivalen Michelangelo ein. Leonardo da Vinci  malte ein Fresko auf der einen und Michelangelo auf der gegenüberliegenden Wand des gleichen Saales.  Leonardo da Vinci verlor, weil seine Farben verliefen. Zu dieser Zeit war er drei Jahre lang (1503-1506) damit beschäftigt, die Gattin des Francesco del Giocondo aus Florenz immer wieder in sein Atelier zu bestellen und zu versuchen, ihr wehmütiges Lächeln und den rätselhaftgen Ausdruck ihres Gesichts auf die Leinwand zu bannen.

Zu den Sitzungen ließ Leonardo da Vinci Musiker kommen, die den Ausdruck der Wehmut auf ihrem Gesicht noch steigerten. Dabei gelang ihm das berühmteste Lächeln der Malerei. Hysteriker haben sich vor dem Bild erschossen. Der Oxforder Professor Walter Pater behauptete, daß sich in diesem Gesicht die gesamte Erfahrung der Menschheit ausdrückt. Vielleicht lächelte aber die Gioconda, bekanntgeworden unter dem Namen Mona Lisa auch ironisch über ein Geheimnis des Malers.  Leonardo da Vinci  war homosexuell, und er hatte eine Macke, die Freud sehr interessierte: er war außerstande ein Kunstwerk fertigzustellen.

Leonardo da Vinci war ein Universalgenie

Auch die Mona Lisa behielt er selbst unter dem Vorwand, sie sei nicht fertig. Ansonsten war Leonardo da Vinci  von großer Körperstärke, bog ein Hufeisen mit der bloßen Hand, konnte reiten und fechten, legte Wert auf elegante Kleidung, schrieb mit links, liebte Kuriositäten und war äußerst neugierig. Leonardo da Vincis zeichnerischer Blick war völlig unparteiisch und erfasste ebenso die Groteske und das Häßliche wie das Schöne. Er war fasziniert von allen dynamisachen Phänomenen, Wasserwirbeln, Wolken, Bergen, Felsen, Gebirgen, Blumenranken, Emotionen und Luftströmungen.

Ständig beschäftigte Leonardo da Vinci  sich mit Problemen des Fliegens. Er entwarf oder baute Flugapparate, Fallschirme , eine Walzmaschine, einen Universalschraubenschlüssel, einen Mörser, ein Masachinengewehr, ein Unterseeboot und ein dampfgegriebenes Geschütz. Er beschäftigte sich mit Thermik, Akustik, Optik, Mechnaiak und Hydraulik, vergleich die menschliche mit der tierischen Anatomie und fertigte unzählige Zeichnungen menschlicher Organe, Blutgefäße und Nervenfasern an. Leonardo da Vinci  war eine der universalsten Begabungen, die je gelebt haben, und ist vielleicht nur mit Gottfried Wilhelm  Leibnitz oder Johann Wolfgang von  Goethe vergleichbar.


Eine vollständige Aufzählung der Werke Leonardo da Vincis  ist kaum möglich, weil einerseits die Authentizität nicht immer genau feststeht (Leonardo da Vinci hatte viele Schüler), andererseits das malerische und zeichnerische Werk, einschließlich der vielen Notizen, den Rahmen hier sprengen würde. (Siehe auch :Eine chronologische Übersicht seiner Hauptwerke:

 

Auszug aus den Hauptwerken von Leonardo da Vinci

  • um 1472   Die Verkündigung (Florenz, Uffizien)
  • um 1472   Profil eines Kriegers mit Helm (London, Brit. Museum)
  • um 1472   Madonna mit der Blumenvase / Nelke (München, Alte Pinakothek)
  • um 1473   Zeichnung der Arno-Landschaft (Florenz, Uffizien)
  • um 1478   Benois-Madonna (St. Petersburg, Eremitage)
  • um 1478   Das Bildnis der Ginevra Benci (Washington, National Gallery)
  • um 1480   Der heilige Hieronymus (Vatikan)
  • um 1480   Madonna Litta (St. Petersburg, Eremitage)
  • um 1481   Anbetung der Könige aus dem Morgenland (Florenz, Uffizien)
  • um 1483   Die Madonna in der Felsengrotte (1) (Paris, Louvre)
  • um 1487   Groteske Köpfe (Windsor, Royal Library)
  • um 1488   Die Dame mit dem Hermelin (Czartoryski-Museum, Krakau)
  • um 1490   Vitruvianischer Mensch (Venedig, Akademie)
  • um 1500   Die Madonna in der Felsengrotte (2) (London, National Gallery)
  • um 1497   Das letzte Abendmahl (Mailand, St. Maria della Grazie)
  • um 1500   Porträt der Isabelle d‘ Este (Paris, Louvre)
  • um 1503   Studien zur Anghiari-Schlacht (Windsor, Royal Library)
  • um 1503   Bildnis der Mona Lisa (Paris, Louvre)
  • um 1510   Anna selbdritt (Paris, Louvre)
  • um 1512   Bacchus (Paris, Louvre)
  • um 1512   Embryo in der Gebärmutter (Windsor, Royal Library)
  • um 1512   Selbstbildnis, Rötelzeichnung (Turin, Biblioteca Reale)
  • um 1514   Sintflut-Zeichnungen (Windsor, Royal Library)
  • um 1514   Ein Berg stürzt auf eine Stadt, Zeichnung (Windsor, Royal Library)
  • um 1515   Johannes der Täufer (Paris, Louvre)

 

Eindrücklich sind die Prophezeiungen, die er im Alter schrieb:

Auf der Erde wird man Geschöpfe sich unaufhörlich bekämpfen sehen, mit sehr schweren Verlusten und zahlreichen Toten auf beiden Seiten. Ihre Arglist kennt keine Grenzen. In den riesigen Wäldern auf der Welt fällen ihre grausamen Mitglieder eine riesige Zahl an Bäumen. Sind sie erst mit Nahrung vollgestopft, wie wollen sie ihr Bedürfnis befriedigen, jedem lebenden Wesen Tod, Trübsal, Verzweiflung, Terror und Exil zuzufügen … O Erde! Worauf wartest du, um dich zu öffnen und sie in die tiefen Spalten deiner großen Abgründe und deiner Höhlen zu reißen und dem Angesicht des Himmels ein so grausames und furchtbares Monster nicht mehr zu zeigen!