John Locke, großer und berühmter Philosoph und Aufklärer, (1632-1704), berühmte Philosophen und Dichter

John Locke  (* 29. August 1632 in Wrington bei Bristol; † 28. Oktober 1704 in Oates, Epping Forest, Essex) war ein einflussreicher englischer Philosoph und Vordenker der Aufklärung.Bei John Locke hellt sich das Menschenbild wieder auf. Sein Vater ein aufrechter Parteigänger des Parlaments, und er selbst wird Leibarzt des ersten Führers der Whig-Partei, des Earl of Shaftesbury, und Erzieher von dessen Enkel, der später selbst ein bedeutender Philosoph wird.


John Locke hat zwei Schriften geschrieben, die zu den einflußreichsten Werken gehören, die überhaupt je verfasst wurden. Die erste heißt:  „An Essay Concerning Human Understanding“  (Versuch über den menschlichen Verstand) .  Darin gibt er Hobbes recht, daß es keine angeborenen Ideen gibt,  sondern daß vielmehr alle unsere Vorstellungen aus Sinneswahrnehmungen stammen und daß jeder Mensch ein unbeschriebenes Blatt (tabula rasa) ist, das erst von der Erfahrung beschrieben wird.  Und John Locke  gibt Descartes recht, daß nur jene Eigenschaften der Realität wirklich sind, die man mathematisch messen kann, und alle anderen, die er „sekundäre Qualitäten“ nennt, nur aus Kombinationen dieser primären Qualitäten entstehen. Entscheidend ist für  John Locke die primäre Qualität der Bewegung:  John Lockes Freund Isaac Newton hatte die gleichförmige Bewegung mit der Entdeckung der Gravitation (Schwerkraft) zum neuen Ideal der Naturordnung erhoben (so wie später Einstein die Lichtgeschwindigkeit).

John Locke verlegt die Gravitation in den Menschen und entdeckt dort die gleichförmige Abfolgeder Ideen im Geist. Aber die Prozession der Ideen muß von einer Instanz aus beobachtet werden, die selbst dauert, wenn sie überhaupt als Einheit wahrgenommen werden soll.  Dieser  innere Beobachtungszusammenhang von Dauer und Wechsel macht für John Locke das Subjekt aus.  Der Stoff, aus dem die Subjekte  sind, ist die Zeit. Und die Form, in der sie sich organisieren, ist die Reflexion.

Damit wird die alte Differenz zwischen dauernder Ewigkeit und wechselhaftem Diesseits ins Subjekt verlegt. Die Reflexion läuft mit der Abfolge der Zeit parallel und schafft durch den Selbstkontakt des Subjekts Dauer im Wechsel. Hobbes Unruhe der menschlichen Leidenschaften wird bei John Locke zur Unruhe des Denkens sublimiert, die durch Reflexion zur Einheit gebracht und zur Basis des Selbstgefühls des Subjekts gemacht wird.

John Lockes Buch wurde zum Kultbuch

Diese Schrift wurde ein Meilenstein der Erkenntnistheorie und zum Kultbuch der französischen Aufklärung. Sie lieferte die Plattform, auf der die weitere Philosophie  bis zu Kant ihre Probleme formulierte, und sie beschleunigte die Subjektivierung (die Innenschau) der Literatur im Roman und übte einen großen Einfluß auf Literaten und Künstler und Psychologen aus.

Womöglich noch wichtiger war John Lockes politische Schrift „Two Treatises on Gouverment“ (Zwei Abhandlungen über die Regierung), und darin vor allem der zweite Traktat: Auch hier geht Locke  wieder von Hobbes Hypothese eines vorgesellschaftlichen Naturzustands aus, der aber nicht durch den Krieg aller gegen alle, sondern durch die Gleichheit und Freiheit aller Individuen gekennzeichnet ist. Wie bei Hobbes schließen sie einen Vertrag, delegieren (übertragen) aber ihre Rechte nicht an einen absoluten Monarchen, sondern an die Gemeinschaft selbst. Sie ist der Souverän, und sie delegiert wiederum ihre Rechte an eine Regierung, die nach dem Prinzip der Gewaltentgeilung organisiert ist:

Legislative im Parlament, Exekutive beim König und seinen Ministern. Zweck der Regierung ist der Schutz des Eigentums, und Eigentum ist nur nur eine ökonomische Ressource zur Profitmaximierung, sondern zugleich Garant der politischen Unabhängigkeit des Bürgers vom Staat und der Grund für sein staatsbürgerliches Engagement. Freiheit und Eigentum werden zusammengedacht und nicht – wie später im Sozialismus – in Gegensatz zueinander gebracht. Daraus ergab sich die Konsequenz: Eine Regierung kann gestürzt werden, wenn sie ohne Zustimmung der Betroffenen über die Freiheit oder das Eigentum der Bürger verfügt.   (Für die amerikanischen Kolonien war das gegeben, als sie ohne Zustimmung besteuert wurden).


Worte von John Locke sind in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung enthalten

Diese Schrift wurde zur Magna Charta der bürgerlichen Demokratie (Magna Charta von 1215, gilt als erste Garantie der Freiheitsrechte). Sie rechtfertigt die Glorious Revolution von 1688, die Amerikanische Revolution von 1776 und die Französische Revolution von 1789. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung übernimmt fast wörtlich Formulierungen von John Locke. Diese wiederum findet Eingang in die Erklärung der Menschenrechte der Französischen Revolution. Die Verfassungstheorie wird von Montesquieu und Voltaire nach Frankreich importiert, zwischengelagert, und durch die judikale (richterliche) Gewalt erweitert, nach Amerika exportiert; sie wurde zur großen Legitimationsschrift für die Lehre von Volkssouveränität und der Menschenrechte und der Gewaltenteilung in einer parlamentarisch kontrollierten Regierung und damit zur Basis der politischen Zilvilisation, zu der wir uns bekennen.

Der von Hobbes als Schreckbild beschworene Bürgerkrieg wird über die Differenz zwischen Regierung und Oppostion zum friedlichen Übergerkrieg der Meinungen: damit weist John Locke den Königsweg zur zivilen Gesellschaft.

Falls Sie das Thema interessiert, finden Sie weitere Informationen unter :  berühmte Philosophen und Dichter von der Antike zur Neuzeit