Henry van de Velde (1863-1957), berühmter Architekt und Designer

Henry_van_de_Velde_Fotografie_v_Nicola_Perscheid_wikipedia.orgHenry van de Velde wurde am 3. April 1863 in Antwerpen in Belgien geboren, er stab am 25. Oktobr 1957 in Zürich.  Henry van de Velde war um 1900 herum, im Begriff nach Berlin umzusiedeln.  Seine ursprüngliche Wirkungsstätte lies ihm nicht die Luft, seine umfangreichen Ideen zu verwirklichen. Das aufstrebende Berlin dagegen erschien ihm als gute Ausgangsbasis um seine Ideen verwirklichen zu können.


Auf Entfaltung und Einflussnahme war van de Velde damals in besonderem Maße bedacht, denn er war erfüllt von einem fast missionarischen Glauben an die Veränderbarkeit der Welt in seinem Sinne. Ursprünglich Maler, hatte er sich unter dem Einfluss des englischen Reformers William Morris der Gestaltung von Möbeln und Kunstgewerbe zugewandt. In gleichem Maße autodidaktisch erfolgte kurze Zeit später auch sein Zugang zur Architektur.

Klug, beredet und verführerisch

aber auch skrupulös und verletzbar, verkörperte Henry van de Velde einen modernen Künstlertyp, dessen gefährdete Position stets der Hilfe und Unterstützung von Leuten bedurfte, die ihn nicht nur materiell sondern auch ganz persönlich trugen.  Um die Jahrhundertwende herum, hatte van de Velde Graf Kessler kennengelernt.

Graf Kessler war ein Mensch der wesentlich durch seine Freunde wirkte. Sein Sammeln war stets ein Bekenntnis in dieser Richtung, und auch die Art, wie er sich einrichtete, war ein Akt des persönlichen Einstehens zu einem bestimmten Künstler.In seinem Falle hieß er Henry van de Velde.   Graf Kessler und van de Velde ergänzten sich sowohl in ihren Interessen wie in ihrer Haltung gegenüber der Welt

1902 war Harry Graf Kessler als künstlerischer Berater an den kleinen Hof von Weimar berufen worden. Schnell entstanden dort Vorstellungen, der Stadt eine ähnliche Bedeutung zurückzugeben, wie sie  zu Goethes Zeiten gehabt hatte. Eine erste Handlung Kesslers war, Henry van de Velde nachzuziehen.

Schon in Berlin hatte ihm der Freund eine Wohnung eingerichtet, in Weimar tat er das nun ein zweites Mal.  Die zwanglos verteilten Möbel setzten eine gleichermaßen ungezwungene und echte Lebensführung voraus. Andererseits mußte diese Umgebungene Herausforderung für jeden unsicheren und schwachen Menschen sein.

Die Moderne stand vor der Tür

Mit der Einrichtung für den Grafen Kessler war van de Velde sowas wie ein Idealentwurf  jenseits aller Stiltendenzen gelungen. Mitten in der Blütezeit des Jugendstiles entanden,  läßt sie doch deessen Eigenarten fast ganz hinter sich. Der Künstler hat Ähnliches einige Jahre später noch einmal für sich selbst wiederholen können, die meisten Aufträge jedoch, die ihn erreichten, besaßen eine offiziellere Haltung, ihnen fehlte die Intimität, die er bei kessler mit einbringen konnte. Das Fazit kann lauten:  Die Moderne stand damals unittelbar vor der Tür, war aber zu gut für eine Gesellschaft, die ihr noch nicht gewachsen war.

Henry van de Velde war nicht ein begnadeter Designer sondern auch ein renommierter und anerkannter Architekt


Berühmte Bauwerke von Henry van de Velde sind folgende:

  • 1895: „Bloemenwerf“, eigenes Wohnhaus in Uccle bei Brüssel (Belgien)
  • 1900–1902: Innenausbau für das „Museum Folkwang“ in Hagen
  • 1902–1903, 1911: „Villa Esche“, Wohnhaus für den Fabrikanten Herbert Esche in Chemnitz
  • 1903: „Nietzsche-Archiv“ in Weimar
  • 1903-1905: Inneneinrichtung für ein Sanatorium in Trzebiechów, das einzige Werk des belgischen Innenarchitekten im heutigen Polen
  • 1904: Sommerhaus für Emil Possehl an der Strandpromenade in Travemünde (Reste der Einrichtung heute im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg)
  • 1906–1907: Clubhaus des Chemnitzer Lawn-Tennis-Club in Chemnitz (abgebrochen)
  • 1906–1909: Kunstgewerbeschule in Weimar
  • 1907–1908: „Hohenhof“, Wohnhaus für Karl Ernst Osthaus in Hagen
  • 1907–1908: „Haus Hohe Pappeln“, eigenes Wohnhaus in Weimar
  • 1908–1909: „Schloss Lauterbach (Neukirchen)“ Umgestaltung der herrschaftlichen Räume des Schlosses für Arnold Esche
  • 1910 Villa Springmann in Hagen
  • 1909–1911: Ernst-Abbe-Denkmal in Jena (mit Werken der Bildhauer Max Klinger und Constantin Meunier)
  • 1912–1913: Palais des Grafen Dürckheim in Weimar
  • 1913–1914: „Werkbund-Theater“, in der Kölner Werkbundausstellung
  • 1913–1914: „Haus Schulenburg“, Wohnhaus für den Fabrikanten Paul Schulenburg in Gera
  • 1913–1914: Wohnhaus für den Fabrikanten Dr. Theo Koerner in Chemnitz
  • 1929–1931: Heinemanhof, Altersheim der Minna-James-Heineman-Stiftung in Hannover-Kirchrode
  • 1932–1936 „Bücherturm“ (Universitätsbibliothek) und Institut für Archäologie der Universität Gent (Belgien)
  • 1936–1942: Technische Hochschule Löwen (Belgien), heute Stadtbibliothek Tweebronnen