Gottfried Wilhelm von Leibniz, berühmter Philosoph und Wissenschaftler (Gottfried Leibniz 1646-1716)

Gottfried Wilhelm Leibniz (*  1. Juli 1646 in Leipzig; † 14. November 1716 in Hannover) war ein deutscher Philosoph und Wissenschaftler, Mathematiker, Diplomat, Physiker, Historiker, Politiker, Bibliothekar und Doktor des weltlichen und des Kirchenrechts in der frühen Aufklärung.

Gottfried Wilhelm Leibniz  gilt als der universale Geist seiner Zeit und war einer der bedeutendsten Philosophen des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts sowie einer der wichtigsten Vordenker der Aufklärung.


In der Philosophie zeigen sich nationale Temperamente: Die Engländer haben einen demokratischen Staat und sind Empiriker ( sie begründen alles mit Erfahrung); die Franzosen haben einen zentralen Verwaltungsstaat und sind Rationalisten wie Descartes, die Deutschen haben gar keinen Staat und noch weniger Erfahrung; so werden sie auf den Pfad der Spekulation gedrängt und werden Idealisten (für sie ist alle Realität geistig).

Ein Idealist ist auch ihr erster großer und berühmter Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz.

Gottfried Wilhelm Leibniz ersetzt das mechanistische Modell der Engländer durch das Modell einer organischen Dynamik. Für ihn ist das entscheidende Naturprinzip nicht die Bewegung, sondern die hinter ihr wirkende Kraft. Und ihn interessiert nicht so sehr wie Locke die Mannigfaltikeit der Erfahrung, sondern das Prinzip der Einheit  des Subjekts.  Entsprechend ergänzt er Lockes Satz: “ Nichts ist im Intellekt, als was nicht vorher auch in der Sinneswahrnehmung war“ – durch den Zusatz „es sei denn, der Intellekt selbst“.  Gottfried Wilhelm von Leibniz kehrt also zu der Vorstellung der angeborenen Ideen zurück.  Von da aus gelangt er zu einer Verbindung von Geist und Kraft.

Die Kraftträger stellt er sich entsprechend als eine Art spiritueller Atome vor, die er Monaden nennt.  „Monaden“ sind unteilbare individuelle und in sich geschlossene Seelen ohne Gestalt und Ausdehnung, aber voller Strebungen, voller Appetit und innerer Tätigkeit.Sie haben zwar keine Fenster aber in jeder von ihnen spiegelt sich das gesamte Universum. Sie unterscheiden sich jedoch in der Deutlichkeit, mit der diese Spiegelung erfolgt. Daraus ergibt sich eine Stufenfolge von den somnambulen Monaden der Dinge über die wahrnehmenden Monaden  der Tiere zu den Vernunftsmonaden der Menschen.  Die Vorstellung dieser Stufenfolge führtGottfried Wilhelm  Leibniz zur Beschreibung halbbewußter , verworrener und abgeschatteter Bereiche der Selbstwahrnehmung, die den Begriff des Unbewußten vorwegnimmt.

Wie hängt nun die Mechanik der Körper mit der Dynamik der Seelen zusammen?

Was  unter dem Blickwinkel der Mechanik wie Kausalität aussieht, stellt sich im Bereich der Monaden als System der Zwecke dar. Der Zusammenhang wird durch eine prästabilisierte Harmonie bewirkt nach der Marnier zweier Uhren, deren Pendelschlag  wie ein Tanz der Wechselwirkung aussieht, obwohl jede von ihnen ihrer eigenen Dynamik folgt.  Nach demselbten Prinzip ist alles von Anfang an aufeinander ausgerichtet, was wir als Wirkung begreifen: Wahrnehmung und Wahrgenommenes, Geist und Körper, Empfindung und Bewegung etc. Der Urheber dieser Harmonie ist natürlich die oberste Monade, Gott, der Schöpfer aller Dinge und der Inbegriff der Vernunft. Er hat die Glückseligkeit der Menschen zum Regierungsziel erhoben. „Nun steht es damit aber nicht zum besten“, wendet der Advocatus Diaboli ein, „die Menschen sind oft so unglücklich.  Wie kann ein Gott, der das bewirkt, weise, allmächtig und gütig sein?“

Und Gott entschuldigt sich wie alle Regierungen: „Mehr ist nicht drin. Schließlich muß ich ganz verschiedene Interessengruppen befriedigen, und die größtmögliche Ordnung der Konservativen mit der größtmöglichen Manigfaltigkeit der linken Anarchisten verbinden.  Ich muß die einfachsten Wege mit den größtmöglichen Wirkungen verbinden und kann die Zwecke nur mit den Leiden der Vielen erreichen. Nach Sichtung aller möglichen Welten hat mein Computer die beste aller möglichen Welten ausgewählt. „Take it or leave it, eine bessere gibt es nicht“. So spricht Gott.

Dieses Argument nennt man eine Theodizee, eine Rechtfertigung Gottes angesichts der Übel in der Welt.

Nach dem Erdbeben von Lissabon (Lisboa) im Jahre 1755 quittierte die Welt dieses Argument mit einem Hohngelächter, und Voltaire schreibt einen ganzen Roman mit dem Titel „Candide“ um es ad absurdum zu führen.  Darauf wurde Gott wegen Nichtexistenz freigesprochen und zugleich exekutiert.  Die ganze Sache war ein Schmarrn. Aber ein tödlicher Schmarrn, denn kaum stand Gott als erster Verursacher nicht mehr zur Verfügung, brauchte man einen neuen Sündenbock.

Wer macht die Geschichte, wenn es nicht Gott ist?  Na, der Mensch selbst.  Wer ist also Schuld an dem Mist ?  Der Mensch.  Von da an wurde die Weltgeschichte zum Weltgericht:  Im Zeitalter der Revolutionen gab es immer Schuldige, die den Weg zum Glück versperrt hatten: Könige, Priester , Aristokraten, Kapitalisten, Reaktionäre, Schädlinge, Volksfeinde, Rechtsabweichler, Linksabweichler und Verräter der Revolution. Ihnen wurde später der Prozeß   gemacht, weil Gott nicht mehr da war , und meistens war der Prozeß kurz.


Gottfried von Leibniz und Leonarda da Vinci

Die Vorstellung einer Vielzahl möglicher Welten erwies sich als Minenfeld, auf dem mit den Utopien auch ihre Verhinderer erschienen. Im übrigen versuchte Gottfried Wilhelm  Leibniz nicht ohne Erfolg, es mit Gottes Universalität aufzunehmen und wurde zu einem Leonardo da Vinci der Wissenschaft: Er beherrschte fast alle Disziplinen, erfand die Infinititesimalrechnung und wurde erster Präsident der Berliner Akademie der Wissenschaften.

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