Giuseppe Verdi, Lebenslauf, berühmter italienischer Komponist 1813-1901, Werke von Verdi

VerdiVerdi gehört ganz sicher zu den allerbedeutendsten Erscheinungen der Operngeschichte. Nicht nur seine Heimat Italien ist von seinem Genius erfüllt. Eine besondere Verehrung bringt man Verdis Meisterschöpfungen in Deutschland entgegen, weil man sich hier nicht damit begnügt hat, immer und ewig die bekannten Stücke des Maestro Giuseppe Verdi  zu spielen, sondern danach strebte, zu einer möglichst ganzheitlichen Erkenntnis der säkularen Leistung des Mannes zu gelangen, der sechsundzwanzig Opern geschrieben hat, ein halbes Dutzend Umarbeitungen von Werken nicht mitgerechnet, deren Urgestalt dem gereiften kritischen Sinn des Meisters nicht mehr genügte.


Es handelt sich bei diesen Neuentdeckungen um die Opern Nabucco, Il Lombardi, Macbeth, Stiffelio, Simone Boccanegra, La Forza del Destino (Die Macht des Schicksals) und Don Carlos, die zum Teil unserem deutschen Spielplan dauernd zurückgewonnen zu sein scheinen.  Aber Verdis Weltruhm haftet nach wie vor zäh an einigen Werken, die schon bei ihrer Veröffentlichung , oder bald danach, als Ausnahmeschöpfungen erkannt worden sind; Schöpfungen, die sowohl dem Publikum gefällig erschienen, wie sie uns auch den Genius zu seiner menschlichen und künstlerischen Größe offenbaren.

DAS LEBEN des Giuseppe VERDI

Giuseppe Verdi wurde am 10. Oktober 1813, in politisch und kriegerisch bewegter Zeit (Völkerschlacht Leipzig) , in dem kleinen Ort Roncole bei Busseto(Parma) als Sohn eines Gastwirts geboren. Über seinen jungen Jahren lag weder künstlerisch noch familiär- Tod der ersten Frau und von zwei Kindern – Glück. Verdi dankte seinen musikalischen Aufstieg seinem zähen Glauben an sich selbst und dem Vertrauen weniger Gönner. Die ersten Jahre von Verdis  Opernkarriere waren keineswegs ungewöhnlich. Am 17. November 1839 war in der Mailänder Scala sein Debüt mit dem Oberto.

Höchst bedeutungsvoll wurden dann Verdis bewußt unternommene Versuche, die vaterländischen Stimmungen der vierziger Jahre in seinen Opern einzufangen. Die italienischen Patrioten verstanden sofort, was etwa im Nebukadnezar (Nabucco) die Befreiung der Hebräer vom Joche Babylons zu bedeuten hatte: es war die Hoffnung des eigenen Volkes auf Befreiung von der österreichischen Herrschaft (Hauptstück: Flieg Gedanke auf goldenen Schwingen“).  Ähnliche vaterländische Stimmungen bewirkten den Erfolg von Ernani, Atilla und Schlacht bei Legnano.

Verdis Not war endlich zu Ende

Die Zeiten der Not waren mit diesen Werken und mit der Luisa Müller vorbei. Der allzeit klug rechnende Verdi konnte aus den Erträgnissen der bisherigen Opern sogar sein Landgut Sant Agata erwerben, wo er künftig nicht nur seine größten Erfolgswerke komponierte, sondern sich als Agrarier und Weinbauer betätigte. Auch der tatkräftige Politiker war in Verdi erwacht.  Wenn man Verdi, den Freund eines Cavour und Manzoni, feierte, so meinte man zugleich etwas anderes, nämlich V(ittorio) E(mmanuele R(e) D I(talia) – ein beliebtes Anagramm, das die politischen Unterdrücker des nationalstolzen Italienienertums nicht verbieten konnten.

Seit dem Jahre, da Verdis engere Heimat zunächst piemontesisch, dann 1861 „Italienisch“ geworden war, interessierte sich der Meister auch für die parlamentarische Politik; er war Mitglied der ersten italienischen Volkskammer . 1859 heiratete Verdi  die Sängerin Giuseppina Strepponi; der gesetzlichen Ehe war eine jahrelange Freundschaft vorangegangen. Den Lebenshöhepunkt bezeichnen die Jahre, da Verdi mit Rigoletto, Troubadour und Traviata Weltruhm errang.

Seine Geltung festigte sich unaufhaltsam. Für ein Honorar von hunderttausend Franc schrieb er die Festoper AIDA zur Eröffnung des Suez-Kanals (1870-1871). In Verbindung mit dem Dichter-Komponisten  Arrigo Boito (1842-1918) , der unter Wagners Einfluß die – noch heute in Italien beliebten Opern Mefistofele (nach Goethe) und Nerone schrieb und sich als äußerst gewandter Librettist und Übersetzer erwies, schuf Verdi in seinem siebenten und achten Lebensjahrzehnt seine großen Meisterwerke auf Shakespearesche Stoffe; den leidenschaftlich-dramatischen Othello  und den heiteren Falstaff. Verdi sah noch in voller geistiger Rüstigkeit das neue Jahrhundert anbrechen; im Herbst 1900 vollendete er sein siebenundachtzigstes Lebensjahr. Am 27. Januar 1901 eilte die Trauerkunde um den Erdball: Verdi ist an einem Gehirnschlag im Hotel Milan in Mailand gestorben. Seine Frau war ihm im Tode um vier Jahre vorausgegangen.


DAS SCHAFFEN Giuseppe VERDIS

Die in Deutschland bekanntesten und meistgespielten Verdi-Opern sind: Rigoletto, Troubadour (IL Trovatore), La Traviata, Un Ball in Maschera (Ein Maskenball) und Aida. Die beiden großen Meisterwerke des alten Verdi, die Shakespeare-Opern Othello und Falstaff, hört man zwar auch verhältnismässig oft, aber sie sind in Deutschland nicht im gleichen Sinne volkstümlich geworden wie die vorher genannten Meisterwerke.

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