Giacomo Puccini, berühmter italienischer Komponist (Klassische Musik) (1858-1924)

Puccini-Denkmal_Lucca_wikipedia.orgPuccini ist der größte Lyriker der neueren italienischen Opernbühne. Es widerspricht jedem ästhetischem Feingefühl, ihn mit dem „Verismo“ der Mascagni und Leoncavallo in engere Verbindung zu bringen. Denn trotz des stofflichen Naturalismus und Realismus seiner meisten Werke adelt Puccinis Musik die Menschen seiner Phantasiewelt und webt um sie eine dichterische Atmosphäre von vielfach unvergleichlichem Zauber.   Seine Formsprache ist knapp, seine melodische Aussage ungeheuer zwingend und beglückend.


Puccini kennt keine Rhetorik und Umschweife. So kommt es, daß seine Opern auf kleinstem Raum eigene Welten des Künstlerischen entstehen lassen und bei verhältnismäßig kurzer Spieldauer ein Geschehen von dramatischer Weite spiegeln. Dazu kommt der Glanz und die Feinheit, der instrumentale Einfaltsreichtum der Orchestersprache, die vom französischen Impressionsmus einige Äußerlichkeiten übernimmt, die aber weit mehr auf dem Glauben an Wangers Vorbildschaft beruht. Endlich muß natürlich die südländische Klarheit seiner Kunstanschauungen als ausschlaggebend angesehen werden, und hier war es Verdis leuchtendes Beispiel, das dem bedeutendsten italienischen Meister das zwanzigsten Jahrhunderts stetes vorschwebte.

DAS LEBEN Giacaomo Puccinis

Puccini wurde am 22. Dezember 1858 in Lucca geboren. Er stammte aus einer alten Musikerfamilie. Seine Fachkenntnisse erwarb er hauptsächlich in Mailand, sozusagen unter den Augen des greisen Verdi.  Als Opernkomponist depütierte er mit Le Villi (1884). Es folge 1889 an der Mailänder Scala die Oper Edgar. Mit der Manon Lescaut fand der fünfunddreißigjährige große Beachtung.  Aber erst die Boheme brachte drei Jahre später den durchschlagenden Erfolg, der Puccinis Triumphen in der Welt Bahn brach.  Materielle Erfolge stellten sich in entsprechender Fülle ein, eine Parallele zum glückhaften Aufstieg von Richard Strauß, mit dem Puccini im übrigen künstlerisch alles andere als innere Verwandtschaft zeigte.

Puccinis Briefe erweisen ihn als überaus sympathischen Menschen, dem der Weltruhm nichts von seiner tiefen Einfachheit nahm. Nach außen nahm der mondäne, chevalereske Zug für seine imponierende Männlichkeit ein.  Aber diesem Weltmann blieb doch eine geradezu weibliche Künstlerpsyche sein Leben lang eigen.    Puccini bewohnte eine luxeriöse Villa in Torre del Lago am Tyrrhenischen Meer und unternahm Reisen um den ganzen Erdball. Seine letzte Lebenszeit war qualvoll; er stab am 20. Dezember 1924 in einer Brüsseler Klinik an Kehlkopfkrebs.

DAS SCHAFFEN des Giacomo Puccini

Puccini war nahezu ausschließlich Opernkomponist. Die Reihe seiner vor dem ersten Weltkrieg entstandenen großen Erfolgswerke: Manon Lescaut, La Boheme, Tosca, Madame Butterfly, unterbrach kein einziger Fehlschlag. Dann kam allerdings ein Konjunkturwerk: „Das Mädchen aus dem Goldenen Westen“ (UA: New York,10 . Dezember 1910), das den Meister von einer fremden Seite zeigt und sich auch nirgends länger gehalten hat.

Von dem nun folgenden „Triptychon“ an wollen manche Puccini Ausleger einen Abstieg in der Produktion des Meisters sehen. Dem widerspricht aber, daß das dritte Stück des Triptychons, die Komische Oper „Gianni Schicchi“ zu den begnadetesten Eingebungen des Komponisten gehört. Das Wort „Triptychon“ ist eine aus der Kunstgeschichte übernommene Benennung für die Einakter „Der Mantel, Schweser Angelika und Gianni Schicchi“.  Wohl war es von vornherein Puccinis Absicht gewesen, je einen tragischen, lyrischen und burlesken Einakter zu einer abendfüllenden Dreiheit zusammenzufassen; aber die Entstehungsgeschichte dieser Werke im einzelnen zeigt, daß Puccinis Konzept mehrfach schwankte. Wenn gegenwertig das heitere Schlußstück meist aus der Dreiheit herausgelöst wird, so fällt man damit allerdings über die beiden anderen „Trittico-Glieder“ ein Werturteil , das diesen Stücken nicht gerecht wird.


Die letzte große Oper des Meisters , das Lyrische Drama Turandot, blieb ein Fragment; freilich war die Partitur bis zu dem großen Aufschwung der letzten Schlußszene fertig – es hat also den Anschein, daß dem Komponisten die physischen und psychischen Kräfte zu dieser alles überbietenden Leistung bereits fehlten, ja, daß er keinen Mut mehr hatte, aus dem Skizzenwerk die plastische Gestalt zu formen. Das tat dann ein anderer: Franaco Alfano. Und zweifellos verrichtete er die undankbare Aufgabe mit großem Geschick.

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