Gerrit Thomas Rietveld, Designer, Möbeldesigner, berühmter Architekt

Rietveld Chair wikipedia.deGerrit Thomas Rietveld wurde am 24. Juni 1888 in Utrecht geboren und starb am 25. Juni 1964 ebenfalls in Utrecht.  Rietveld ist Sohn eines Schreiners und hat in dessen Werkstatt sein Handwerk gelernt. 1911 hat er seine eigene Werkstatt aufgemacht und sich zugleich in Abendkursen bei dem Archiekten Klaarhamer zum Architekten ausbilden lassen.  Schon 1908 hat er seine ersten Möbel entworfen. 1919 schloss er sich der Gruppe „De Stijl“ an, einer Vereinigung von Malern, Architekten und Schriftstellern, deren Ziel eine radikale Erneuerung der Kunst war. Ihr Stil, entwickelt von dem Maler Piet Mondrian und dem Architekten und Maler Theo van Doesburg, baute auf dem Kubismus auf und war eingebunden in eine strenge geometrische Ordnung.  „De Stijl“ entsprach mit seinem Programm der internationalen Entwicklung . Vorläufer des Modernismus waren der Schotte Mackintosh, die Wiener Wagner, Loos, Hoffmann und Moser, in Amerika Frank Lloyd Wright, der Deutsche Peter Behrens.


Vorläufer waren auch der Deutsche Werkbund und die Weimarer Kunstgewerbeschule, aus der das Bauhaus hervorging. Die Zeit des „Stijl“ war eine Zeit der grossen Namen überall: Mies van der Rohe, Gropius, Breuer, Klee, Feininger, Schlemmer, Le Corbusier, Eileen Gray, Rietvelds Haus Schröder in Utrecht war konsequent nach den Grundsätzen des „Stijl“ gebaut: die Grundform ein Kubus, Aussenwände mit viel Glas, damit Innen- und Aussenräume eine Einheit sind, variable Innenwände. Ausser dem Haus Schröder baute Rietveld Reihenhäuser in Utrecht, den niederländischen Pavillion für die Biennale in Venedig, das Van-Gogh-Museum in Amsterdam.  1928 war er niederländisches Gründungsmitglied des CIAM (Congres International de Arachitecture Moderne).

In den fünfziger Jahren  des letzten Jahrhunderts wurde seine Bedeutung neu erkannt. Mit einer Retrospektive in Utrecht wird seine Arbeit gewürdigt, er bekommt viele Architekturaufträge und befasst sich auch mit Städtebau. Kurz vor seinem Tode wird er Ehrendoktor der Technischen Hochschule in Delft.


Der abgebildete Rietveld – Chair ist vermutlich der bekannteste Stuhl von Gerrit Th. Rietveld.  Sein Zig-Zag ist ebenso ein Klassiker. Der Tischler van de Groenekan, der den Prototyp von „Zig-Zag“  gebaut hat, berichtet, dass Rietveld immer die leicht graue natürliche Oberfläche des Holzes bevorzugte, nicht „befleckt“ von irgendwelchen Mitteln. Miunter habe es ihm gefallen, das Holz auf natüärliche Weise zu bleichen, zum Beispiel durch Sonnenlicht oder Meerwasser, wie das in der Vergangenheit im Schiffbau gemacht wurde.  Vom „Zig-Zag“ gab es aber auch farbige Versionen, weiß, rot und grün, und beim grünen Stuhl waren  die Kanten weiß lackiert.

Mit diesem Entwurf war Rietveld nach jahrelanger Beschäftigung mit Metall wieder zum lange vernachlässigten Holz zurückgekehrt, ausserdem zum Abstrakten.  Er befolgte wieder die Prinzipien von „De Stijl„, der niederländischen Architektur- und Kunstbewegung.