Franz Liszt, berühmter Komponist, Pianist, Dirigent, Theaterleiter, Musiklehrer und Schriftsteller. (1811-1886)

Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 zu Raiding bei Ödenburg im Burgenland als Sohn eines fürstlich Esterhazyschen Gutsverwalters und einer deutsch-österreichischen Mutter (aus Krems ) geboren.Über Wien kam der Wunderknabe, der später der größte Klaiverspieler seines Jahrhunderts werden sollte, nach Paris. Der Glanz seiner abenteuerlichen Erscheinung bewirkte in der französischen Metropole wahre Sensationen.

Franz Liszt aber entfloh mit seiner Freundin, der Gräfin d Agoult (die die Mutter Cosima Wagners werden sollte), der Pariser Gesellschaft und trat stille „Jahre der Wanderschaft“   (Titel eines seiner berühmtesten Klavierwerke) an.


Franz Liszt wurde nach Weimar berufen

Ein entscheidender Lebensabschnitt wurde dann seine Berufung nach Weimar,wo er im Rausche der Gottähnlichkeit inmitten eines Jüngerkreises hervorragendster Talente thronte – selber vielleicht der allereinsamste Mensch, der schöpferisch um Selbstvollendung rang und anderen, als groß erkannten Künstler, wie Richard Wagner seinem nachmaligen Schwiegersohn, in grenzenloser Selbstlosigkeit half, ihr Schicksal zu meistern. Franz  Liszt hatte sich inzwischen von der Gräfin, die ihm drei Kinder geschenkt, getrennt und war in die Netze der ukrainischen Fürstin Carolyne zu Sayn-Wittgenstein geraten, die  – neben unkontrollierbaren Einflüssen auf das Seelebenleben ihres Idols – ganz weifellos das Verdienst gehabt hat, den Tonschöpfer im Virtuosen Franz  Liszt zu seinen großen Werken ermutigt zu haben. Differenzen mit der Weimarer Hofintendanz wich Franz  Liszt vornehm aus,  um einer glühenden Regung seines katholischen Herzens zu folgen und nach Rom zu übersiedeln (1861).

Als die Ehescheidung der Fürstin Wittgenstein und Liszts beabsichtigte Eheschließung mit der launischen Dame am Widerstande des Papstes scheiterte, nahm er die niederen Weihen und nannte sich künftig Abbe Liszt. In dieser eigenartigen Würde zeigen den Meister die vielen späten Bildnisse und Fotografien.

Franz Liszt, der vor allem in Wagners Leben die Rolles eines Schichsalslenkers ersten Ranges spielte, der den „Lohengrin“ in Weimar zur Uraufführung brachte, der Wagner zur Flucht in die Schweiz verhalf, der ihn in großzügigster Weise unterstützte, ihn kongenial verstand und förderte, mußte es erleben, daß diese Sternenfreundschaft länger als zehn Jahre durch Familientrübungen verdunkelt wurde. Aber am Ende fühlte sich Liszt doch nach Bayreuth hingezogen. Und hier es er auch, drei Jahre nach Wagner, am 31. Juli 1886 gestorben.

Das Schaffen des Franz Liszt

Franz Liszts Kompositionen wurden anfänglich durch seine Tätigkeit als Klaviervirtuose bestimmt. Unter dem Einfluss von Berlioz entfaltete sich dann aber auch Franz  Liszts Meisterschaft in der Beherrschung der großen orchestralen Formen. Im Ideentausch mit Richard Wagner telte ein Schöpfer dem anderen Wesentliches mit.  Überhaupt wurde Franz Liszts Vorbild im Rahmen der „Neudeutschen Schule“  zum Ansporn des Jahrhunderts; nur ganz wenige, wie Brahms, blieben kritisch-kühl zurückhaltend.

Auch Liszts Einfluss auf die soziale Entwicklung des Musikerstandes – Gründung des „Allgemeinen Deutschen Musikvereins“ kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Beitrag Franz  Liszts zur großen Orchestermusik ist niedergelegt in seinen dreizehn sinfonischen Dichtungen.

In Frage gestellt wurde Liszts sonfonisches Oeuvre auf der einen Seite durch den neuen Aufschwung, den der Gedanke der klassischen Sinfonie auf Beethovenscher Grundlage durch Brahms erhielt, auf der anderen durch die Entwicklung, die der junge Richard Strausss  der Sinfonsichen Dichtung durch Anreicherung schöpferischer Ideen und durch thematisch kontrapunktische Vertiefung, überhaupt durch das außerordentliche Niveau seiner kompositorischen Befähigung  gab.

Franz Liszts war ein Kosmopolit

Franz Liszts sinfonische Dichtungen sind im Ursprung „pariserisch“ (so hat sie auch Wagner angesehen), zumindest sind sie vom Temperament des Kosmopoliten  Franz Liszts durchglüht und bewußt nicht mehr Sprache eines Volkes, einer Landschaft, sondern Widerhall einer Großstadt, sind elegante und rassige Methamorphosen jenes weltbürgerlichen Geistes, den  Franz Liszt in seiner schillernden Internationalität vertritt. Technisch sind diese Orchestermonologe und Instrumentalphantasien hörbar vom Klavier her bestimmt.


Franz Liszts Klavierkonzerte könnte man aus musikalischen und kulturellen Umwelteinflüssen erklären, denn in ihnen vereint sich die dämonische Virtouosität eines Paganini mit einem Hauche Chopinscher und Schumannscher  Poesie.  Der brillante Aufputz dieser Werke ist natürlich rein Lisztisch.

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