Frank Lloyd Wright, berühmter Architekt, Schriftsteller, Innenarchitekt und Kunsthändler

Frank Lloyd Wright Fallingwater wikiFrank Lloyd Wright wurde am 8. Juni 1867 in Wisconsin geboren und starb am 9. April 1959 in Phoenix, Arizona.   Dass Frank Lloyd Wright der größte Architekt Amerikas genannt wird, liese sich platt und vordergründig mit Zahlen belegen: In den neunzig Jahren seines Lebens ht er über 800 Bauten, darunter 269 Einfamilienhäuser, entworfen. Aber mit Quantitäten ist die Bedeutung dieses berühmten Architekten nicht zu fassen.Er war einer der ersten, die sich von den überlebten Formen der Vergangaenheit lossagten undeine neue amerikanische Architektur vorführten. Und seine Ideen, wie die von der organischen Architektur wirken bis heute und über unsere Zeit hinaus. Da in Wrights Elternhaus (der Vater war Rechtsanwalt, später Prediger und Musiklehrer) das Geld knapp war, ging der Junge ohne Abschlussvon der HIgh School ab, arbeitete als Gehilfe in einem Ingenieurbüro und absolvierte nebenbei einen Zeichenkurs an der Universität in Wisconsin. Das war das Rüstzeug, mit dem er sich, gerade zwanzig, als Architekt im Büro Silsbee bewarb.


Ein Jahr lernte er dort, wie er sagte, eine Menge übers Häuserbauen. Danach wechselt er gleich uu den berühmtesten Verfechtern der Moderne, zu Adler und Sullivan, wird Sullivans engster Mitarbeiter. Fünf Jahre später , 1893, macht er sich selbständig. Charakteristikum dieser ersten Jahre ist das Präriehaus: von der Horizontale bestimmt, harmonisch in die Landschaft eingefügt, einfach, natürlich. Und mit offenem Grundriss, die Wände niedrig, die Decke oft plastisch wie ein Zelt- oder Kirchendach gteformt. Ideenquelle für seine organische Architektur war die Natur.

Allerdings war sein Begriff von Natur weitgespannt, er sparte Geometrie nicht aus, die er in vielen Bauten anwandte, und war auch kein Maschinenstürmer. Im Gegenteil: „Die Zukunft der Kunst liegt allein in der Maschine“, bemerkte er 1901. 1906 baute er eine Kirche ganz aus Beton. Zentrum von Wrights Wirken wird 1911, nach zwei Jahren des Reisens in Europa, ein Haus „Taliesin“ in Wisconsin, das er zweimal bauen musste. Taliesin I wurde von einem amoklaufenden Koch in Flammen gesteckt, nachdem er Wrights Lebensgefährtin, zwei ihrer Kinder und vier Mitarbeiter erschlagen hatte. Um über das Grauen hinwegzukommen, stürzt Wright sich in Arbeit.


Grösstes Aufsehen erregte er mit dem Hotel „Imperial“ in Tokio, das 1922 fertig wird und 1923 ein verheerendes Erdbeben ohne Schaden übersteht – dank Wrights neuem Konstruktionsprinzip: die Geschossböden nicht auf die Aussenwände zu lagern, sondern auf cantilever (auskragende, armierte Betonstützen).  Nach privat wie beruflich schwierigen Jahren, während deren er Vorträge hält, Artikel und Bücher, auch seine Memoiren, schreibt, gründet Wright 1932 die „Taliesin Fellowship„: Junge Leute können, gegen Lehrgeld unter seiner Anleitung, „organische Architektur“  durch gemeinsames Arbeiten und Leben studieren.  Musizieren, Theaterspiel, Feld- und Küchenarabeit gehören mit ins Programm. Da Taliesin von zahlenden Besuchern besichtigt werden konnte, ergaben sich wie von selbst Kontakte zu späteren Bauherren.  „Fallingwater“, das Haus über dem Wasserfall, das Verwaltungsgebäude für die Johnson Wax Company und das erste Billigpreishaus vom Typ „Usonia“ sind Beispiele dafür.

In den folgenden Jahren war Wright mit öffentlichen wie privaten Aufträgen überhäuft, Auszeichnungen und Ehrungen aller Art blieben nicht aus. Bis zuletzt hat er experimentiert, zum Beispiel mit Sechseck und Kreis als Grundform des Grundrisses.

Das Guggenheim Museum in New York, dessen Eröffnung  Ende 1959 er nicht mehr erlebte, wird sein Denkmal: Es ist schönster Ausdruck der Prinzipien seiner Organischen Architektur, getreu dem Satz: „Laß Wände ,Decken und Böden ineinanderfließen, jedes des anderen Teil werden“. Welch grossen Einfluss Wrights Werk ausübte, sei nur am Beispiel  des Italieners Carlo Scarpa gezeigt, der Wright 1951 in Venedig begegnete und später sagte: „In einigen meiner Bauten glaube ich mich der Grenze der Unterwerfung genähert zu haben“.