Ettore Sottsass, berühmter österreichisch-italienischer Architekt und Designer (1917-2007)

Ettore_sottsass,_menta_wikipedia.orgEttore Sottsass (* 14. September 1917 in Innsbruck; † 31. Dezember 2007 in Mailand) war ein österreichisch-italienischer Architekt und Designer von Einrichtungsgegenständen, die er vorwiegend in der von ihm stark geprägten Stilrichtung des „Anti-Designs“ gestaltete, das ihn international bekannt und erfolgreich machte.“Es ist aus“, erzälte Ettore Sottsass, „als seien alle Karten bereits ausgespielt, und ich müsste Architekt werden:  Die Freunde meines Vaters waren Architekten, und ich hatte mich auf der Hochschule für Architektur, immatrikuliert und dachte, dass ich Architekt werden würde“.


Nicht nur des Vaters Freunde, auch der Vater selbst war Architekt, Schüler des berühmten Wieners Otto Wagner, zuerst in Turin und dann in Mailand tätig.  Der Vater eröffnete dem  jungen Ettore  Sottsass den Zugang zum Jugenstil und zu der rationalistischen Architektur der späten zwanziger Jahre.

Die dritte Komponente, die für Ettore  Sottsass eigene Arbeit bestimmend war, ist die Volksarchitektur von Südtirol. Zunächst hatte sich der Student Ettore  Sottsass nicht der oben beschriebenen Vorbestimmung gefügt.  Er fand die Hochschule für Architektur langweilig.

Ettore Sottsass hat sich auch an Ausstellungen beteiligt

Ettore Sottsass  hat viel gelesen und sich von einem antifaschistischen Maler über Kubismus, Dada und Expressionismus informieren lassen, von denen er während der faschistischen Jahre sonst nichts erfahren hätte.  Er hat dann aber 1939 doch sein Architekturdiplom gemacht und nach sieben Jahren Kriegsdienst begonnen, als Architekt zu arbeiten – von Anfang an sehr erfolgreich: Ettore Sottsass  gewann Wettbewerbe, und all seine Entwürfe dieser Jahre wurden auch gebaut. Zu jener Zeit hat Ettore Sottsass schon Möbel, Inneneinrichtungen und Gebrauchsgegenstände entworfen und Bilder gemalt. Obwohl Ettore  Sottsass nie, wie er sagt, „Monumente für das öffentliche Schauspiel“ gemacht hat, sondern immer „nur vergängliche Szenen für das private Theater, für private Meditationen und Einsamkeiten“ entwarf, hat er sich an Mailänder Triennalen und anderen Ausstellungen beteilgt.

Ettore Sottsass-Olivetti_Valentine_wikipedia.orgSeit 1958  ist Ettore Sottsass  Berater für die Erzeugnisse der Elektronikabteilung von Olivetti. Aus dieser Zusammenarbeit , die Sottsass friedlich und glücklich nennt, ging eine Reihe höchst erfolgreicher Rechner und Schreibmaschinen hervor, die dem Entwerfer Ettore Sottsass mehrmals den Goldenen Zirkel , den begehrten italienischen Design-Preis, eintrugen.  Drei Scheibmaschinen, darunter die bekannte „Valentine“, stehen im Museum of Modern Art.

Ettore Sottsass war der Begründer der berühmten Gruppe „Memphis“

Tiefes Mißtrauen in die Entwicklung der Gesellschaft und die Erkenntnis der Probleme modernen Designs hatten Ettore  Sottsass 1976 mit einr Gruppe von Freunden zusammengeführt. Sie nannten sich „Alchimia“ und arbeiteten daran, „die Überheblichkeit, die normalerweise den Beruf des Designers umgibt, zu entmythologisieren und Widersprüche zu zeigen, die zwischen dem vorherrschenden Formalismus und den erklärten Moralismus bestehen, die in der Realität nicht übereinstimmen können“.  Von Alchimia hat sich Ettore  Sottsass nach geraumer Zeit dann wieder gelöst.  Er war um die Öffnung gegenüber einem großen Publikum bemüht, die er bei der intellektuell introviertierten Alchimia Gruppe nicht sah.


Mit anderen Freunden hatte Ettore Sottsass  deshalb 1981 die Gruppe „Memphis“ gegründet, die mit kühnen, gelegentlich provozierenden Entwürfen Möbel, Lampen, Geschirr und Glas Farbe – im wahrsten Sinne des Wortes – in Design brachte.  Im Studio Sottsass arbeiteten fast 40 junge Leute auf allen Gebieten des Designs, auch der Grafik und der Entwicklung von Firmen-Images.

Mit jungen Menschen zu arbeiten , war Ettore Sottsass immer wichtig.  Er wollte seine ausgeprägten Überzeugungen , die über die Grenzen von Design hinausgingen, weitergeben.

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