Die Fledermaus, von Johann Strauss (Sohn), berühmteste Operette von Johann Strauß dem Walzerkönig

Fledermaus, Szene, Opernhaus Düsseldorf, 1954 ,wikipedia.orgDie Fledermaus von Johann Strauss fehlt in keinem großen Opern-Repertoire.  Gerne und häufig aufgeführt,  zu Silvester (Neujahr) oder auch an den Faschingstagen.   Eine so seltsame Mischung das Textbuch auch ist, so überraschend glücklich wurde es vom Publikum aufgenommen, weil hier nicht wie im Singspiel oder der französischen Operette Menschen aus anderen Welten, sondern Menschen der üblichen Umwelt auftraten. Freilich, die Hauptsache mußte der Komponist geben. Und er tat es: mit quellenden melodischen Einfällen, mit Tanzliedern und großen Ensembles, mit Pantomime und glänzender Instrumentierung, aber auch mit sorgfältiger musikalischer Charakterisierung der einzelnen Personen.


DIE FLEDERMAUS   –  Operette in 3 Akten. von Johann Strauss (Sohn)

Personen:

Gabriel von Eisenstein , Rentier (Tenor)

Rosaldine, seine Frau  (Sopran)

Fank, Gefängnisdirektor (Baß)

Prinz Orlofsky (Mezzosopran)

Alfred, Gesangslehrer (Tenor)

Dr. Falke , Notar (Bariton)

Dr. Blind , Advokat  (Baß)

Adele, Kammerzofe von Rosalinde (Sopran)

Ida, ihre Schwester

Frosch, Gefängnisdirektor

Herren und Damen, Masken, Bediente

UA :  5. April 1874 in Wien, Theater an der Wien

 

Die Handlung:    Fledermaus

1. Akt: Der Gesangslehrer Alfred bringt seiner Jugendliebe Rosalinde, der Frau des Rentiers Eisenstein, ein Ständchen – und hofft auf mehr; denn er weiß, Eisenstein muß heute in Gefängnis wegen Beleidigung. Schon erscheint Eisenstein mit seinem Rechtsanwalt Blind, der beim Prozeß eine unrühmliche Rolle gespielt hat. Aber der Notar Dr. Falke, der einst als Fledermaus auf einem Maskenball erschienen und von Eisenstein lächerlich gemacht worden war, überredet Eisenstein, er solle seine Strafe erst am nächsten Tag antreten und heute abend auf das Fest des Prinzen Orlofsky gehen. Sogleich wirft sich Eisenstein in den Frack, verabschiedet sich rührend von seiner Frau, die über solche Gefängniskleidung staunt und geht mit Falke davon.  (Oh Gott, o Gott, wie rüht mich dies). Da auch das Kammermädchen Adele das Haus verläßt , angeblich um ihre kranke Tante zu besuchen, in Wirklichkeit, um das Fest bei Orlofsky mitzumachen, ist nun für den Liebhaber Alfred die Stunde gekommen: frech und gottesfürchtig dringt er ein, zieht Schlafrock und Pantoffeln des Hausherrn an, macht es sich bequem, betört Rosalinde durch seinen Tenor – doch muß er plötzlich Ritter spielen: der Gefängnisdirektor Frank, auch er auf dem Weg zu Orlofsky, will Eisenstein ins Gefängnis holen, sieht Alfred in Pantoffeln, hält ihn für Eisenstein und nimmt ihn mit. Um Rosalindes Ruf zu retten, klärt Alfred das Mißverständnis nicht  auf.

2. Akt: Auf dem Fest beim Prinzen Orlofsky : es geht merkwürdig zu dort, aber “ …. ist mal bei mir so Sitte „. Für seine kleine Fledermaus-Rache hat Dr. Falk einige Personen bestellt: das Stubenmädchen Adele (die sich zum Erstaunen Eisensteins als junge Sängerin ausgibt und bewährt), den Gefängnisdirektor Frank (der sich als Chevalier Chagrin mit Eisenstein anfreundet) und schließlich auch Rosalinde als „ungarische Gräfin“ in Maske. Mit der schönen Maske beginnt Eisenstein (als angeblicher Marquis) sogleich einen heftigen Flirt, in dessen Verlauf die „Gräfin“ seine hübsche Taschenuhr in Verwahrung nimmt. Die Nacht hindurch wird getanzt, gesungen, getrunken und geflirtet („Brüderlein und Schwesterlein„) Morgens um sechs verlassen der „Chevalier Chagin“ und der „Marquis“ das Fest, der eine , um seinen Posten als Gefängnisdirektor, der andere, um seine Strafe anzutreten.


3. Akt: Im Gefängnis waltet der schwer alkoholisierte Gerichtsdiener Frosch seines Amtes.  Dr. Frank, nicht minder betrunken, möchte sich ein wenig hinlegen, bekommt aber  Besuch vom Kammermädchen Adele, die ihn bittet, er möge sie als Sängerin ausbilden lassen. Vollends verdreht wird er, als jetzt auch noch der !Marquis“ eintrifft und behauptet Eisenstein zu sein. Eisenstein?  Der sei doch schon gestern abend eingeliefert worden!  Da dämmert dem guten Eisenstein etwas. Schleunigst fängt er draußen den Advokaten Blind ab, hüllt sich in dessen Robe und befragt nun als „Rechtsanwalt“ den Gefangenen Alfred und seine eigene, eben hereinkommende Frau Rosalinde über den Sachverhalt. Doch wüten darf er nicht; den Rosalinde hält ihm lächelnd seine Uhr entgegen, die sie ihm gestern als „ungarische Gräfin“ nahm. Großes Gelächter : Orlofsky ist mit seinen Gästen erschienen und weidet sich an der gelungen Fledermaus-Rache Dr. Falkes.

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