Carlo Scarpa, Designer und Architekt, (1909-1978), berühmte Designer und Architekten

Carlo_Scarpa_Castelvecchio_Museum_wikipedia.orgCarlo Scarpa: „Das einzige meiner Werke, das ich gern aufsuche. Hier ist die Natur schön, ein Garten. Den Pavillion habe ich für mich erbaut: Oft meditiere ich darin“ – der Ort, über den Carlo Scarpa dies sagte, ist ein Friedhof, der Friedhof  Brion in San Vitodi Altivole (Treviso) .

Außer dem Pavillion der Meditation enthält dieser Privatfriedhof Grabmale für die Auftraggeber Brion und ihre Familie, auch ein Grabmal für Scarpa, eine Kapelle auf dem Wasser, einen Zypressenhain und ein Becken, das zugleich als Umfriedung dient. Frau Brion, die den Friedhof nach dem Tode ihres Mannes bauen ließ, war – zum erstenmal in Carlo  Scarpas Karriere – eine großzügige und verständnisvolle Bauherrin, die ihm freie Hand ließ, alle seine Ideen zu verwirklichen: geometrische Grundformen, kunst- .und phantasievoll miteinander verbundenen, kostbare Details wie Schmuckbänder in den Mauern, treppenförmig gestufte Ecken und Kanten, gewölbte Dächer , Rund- und Doppelfenster.  Und immer das Zusammenspiel von Architektur und Natur, hier oft bei ihm in Gestalt von Wasser und Grün.


Carlo Scarpa war ein von Herzen überzeugter Venenzianer

Carlo Scarpa ist in Venedig geboren und sein Leben lang überzeugter Venezianer gewesen, auch wenn er anderswo wohnte. Er hat auch seine Ausbildung in Venedig absolviert.   Kein regelrechtes Studium, sondern einen Sonderkurs für Architektur an der Kunstakademie und praktische Mitarbeit in einem Architekturstudio.  1926 machte Carlo Scarpa sein Diplom im Fach Architekturdarstellung und wurde Assistent an der neugegründeten Architekturfakultät seiner Stadt.  Carlo Scarpa  hat dort fünf Jahre gearbeitet, aber sein Antrag auf Aufnahme ins Berufsregister der Architekten wurde abgelehnt – wegen zuwenig Berufserfahrung.

So hat er sich, ziemlich einsam und isoliert dem Kunsthandwerk zugewandt, wurde künstlerischer Berater des Glasmeisters Cappelin auf Muranao, später bis 1947 Mitarbeiter der renommierten Firma Venini, für die er wunderschöne Gläser entwarf.   Erst nach dem Krieg kann Scarpa die ersten Erfolge verzeichnen:  Ein Kino, ein Hochhaus , ein Bankhaus, auch die ersten Möbelentwürfe.  Als 1948 die Bienale von Venedig wieder ins Leben gerufen wird, ist Carlo  Scarpa eine der beherrschenden Figuren.  Carlo Scarpa  gestaltet Ausstellungen, baut den Pavillon für Venezuela, neue Kassengebäude.


Carlo Scarpa lernte Frank Lloyd Wright kennen

In die folgenden 50-iger Jahre fällt auch seine Begegnung mit dem Amerikaner Frank Lloyd Wright, dessen Architektur grossen Eindruck auf ihn machte.   Die bedeutendsten Arbeiten der fünfziger und sechziger Jahre: der Olivetti- Verkaufsraum in Venedig, Umbau des Italien-Pavillons auf dem Biennale-Gelände, die Verkaufsräume für Gavina in Bologna, das Museo di Castelvecchio in Verona. Neben den Erfolgen gibt es Anfeindungen von Kollegen gegen den Außenseiter, den „Zeichenprofessor“, der nicht einmal promoviert hat.  Erst später erlebt Carlo  Scarpa offizielle Anerkennung: 1972 wird Carlo Scarpa  mit der Leitung der Architekturfakultät in Venedig betraut.

Carlo Scarpas Schüler berichten, daß er keine Vorlesungen gehalten, sondern mit dem Stift in der Hand am Zeichentisch unterrichtet habe, sehr anspruchsvoll, sehr streng und kritisch, mit knappen Äußerungen in venezianischer Mundart.  Gestorben ist Carlo  Scarpa während einer Japanreise, an den Folgen eines Sturzes.

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