Berühmte Weine, Weine als Wertanlage, in Weine investieren

Wein - flasche, glas, traubenDer Run auf die Roten aus Bordeaux ist selbst Kennern mittlerweile unheimlich geworden.   Mehrere Tausend Euro für eine Flasche?  Warum genussbewusste Investoren mit Wein als Wertanlage spekulieren.

Die meisten von Ihnen werden die Gegend von der Tour-de-France-Übertragung kennen: Wenn das Peloton an endlosen Steinmauern entlangfliegt, die Kamra im Helikopter kleine Weinberge einfängt und eher schmucklose Höfe, die trotzdem Chateau heissen. Das ist das Medoc, eine Halbinsel im Bordelais und das berühmteste Traubenanbaugebiet der Welt. Hier wächst das flüssige Gold Frankreichs ,auf das alle Welt scharf ist.


Die Britten entdeckten bereits zu Zeiten von Queen Victoria die französischen Gran Crus (erste Gewächse) mit Namen wie Lafite de Rothschild, Latour oder Chaval Blanc als Luxusgut. Für welch astronimischen Summe die edlen Rebensäfte heute den Besitzer wechseln, lässt  aber selbst eingefleischte Kenner schlucken.

Wein ist längst nicht mehr nur Stoff für Geniesser, sondern zunehmend n Spekulationsobjekt für Händler. Der Grund: Wein ist nicht beliebig vermehrbar, im Gegenteil: Kultweine aus bestimmten Toplagen und – jahrgängen werden nicht getrunken, sondern wandern als Wertanlage in die Keller der Sammler und Investoren und werden so verknappt. Und bezahlt wird bereits, bevor der Wein in der Flasche ist. Bei der Domaine Romenee-Conti, einem Chateau aus dem Burgund, verläuft dieser Subskriptionsverkauf über eine Käuferliste, von der lediglich die obersten Plätze eine Zuteilung erhalten, zu einem vom Weingut festgesetzten Preis. Wer den nicht zahlen will oder kann, fällt aus der Liste. Tausende warten bereits darauf nachzurücken.

Wie bei Rohöl und Gold hat sich um den Wein ein Anlagemarkt entwickelt, bei dem neben vermögenden Privatiers vereinzelt auch Hedgefonds mitmischen.  Einen Wein-Dax gibt es auch.  Trotz Kursstürzen an den wichtigsten Weltbörsen und Euro-Krise kletterte der in London notierte Preisindex Livex 500 für die weltweit besten Weine im letzten Herbst auf 294 Punkte, was einer Jahresperformancevon über 26 Prozent plus entspricht.

Die Handvoll Weine ,die sich zur Wertanlage eignen, werden auch Blue Chips genannt, ein Brösenbegriff für Aktienunternehmen mit hoher Marktkapitaliserung. Was die Blue-Chips-Tropfen ausmacht, sind in erster Linie Name und Klassifizierung. Nur wenige Topgüter aus Bordaux kommen in Frage sowie Romande-Conti aus Burgund.

Ob sich ein Wein aber tatsächlich zum Investmentcoup entwickelt oder doch ein verkork(s)ter wird, entscheidet letztlich Robert M. Parker, eigentlich Jurist, der mit den von ihm vergebenen Punkten den Markt lenkt wie eine Ratingagentur. 100 Parker Punkte entsprechen der Bestnote AAA.

Deutsche Reben werden vom amerikanischen Starkritiker weitgehend ignoriert, dürfen also guten Gewissens getrunken werden. 2011 soll übrigens ein grosser Jahrgang für Riesling werden, auch wenn es zum Jahrhundertwein nicht reicht. Den hatte selbst Goethe gepriesen.

Die fünf teuersten Weine der Welt:

In jedem Supermarkt gibt es bereits für 3 Euro (mitunter auch weniger) eine Flasche Wein. Die hier kosten mehrere Tausend und sind zudem schwer zu bekommen. Der Grund: sie sind sehr selten und von ausnehmender Qualität.


  1. Teuer wie ein Luxusauto und die ultimative Trophäe für Weinsammler: Eine Flasche 1787 Chateau d Yquem wechselte bei einer Auktion für unglaubliche 90.000 Dollar den Besitzer. Den ebenso exquisiten 1811-er Jahrgang des weißen Süßweins hatte Weinguru robert Parker 1996 selbst probiert.  Sein Urteil: „Very good!“  100 Punkte
  2. Der Chateau Petrus besticht durch exklusive Kelterung, vor allem der Merlot zählt weltweit zu den begehrtesten Tropfen überhaupt. Der teuerste Jahrgang ist der 1961-er, von dem Flaschen schon 15.000 Euro gekostet haben.
  3. Sie sind die Könige des Bordeaux, wurden schon am Hofe Ludwig XV. serviert. Eine Flasche Chateau Lafite Rothschild aus dem Jahr 1899 wurde für 11.500 Euro ersteigert. Jüngere Jahrgänge gibt es allerdings bereits für unter Euro 3.000.  Ausnahmeantiquität: Eine Flasche aus den Beständen des US Präsidenten Thomas Jefferson, mit eingravierten Initialien, kam 1985 bei Christies für 156.000 Dollar unter den Hammer.
  4. Domaine de la Romanee-Conti zählt zu den absoluten Tropadressen, obwohl das Weingut im Burgund liegt. Für eine Flasche des Jahrgangs 2004 muss man 7.000 Euro zahlen – noch.- Achtung: Wie bei den anderen sind auch hier Fälschungen im Umlauf.
  5. Grosse Namen für Einsteiger. Die Preise des Chateau Cheval Blanc schwanken von einigen hundert bis mehreren tausend Euro für Spitzenjahrgänge.

 

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