Berühmte und große Philosophen: Rene Descartes, 1596-1650, bekannte Philosophen

Rene Descartes, Portrait von Frans Hals, 1648, wikipedia.org

Rene Descartes, Portrait von Frans Hals, 1648, wikipedia.org

René Descartes  31. März 1596 in La Haye en Touraine; † 11. Februar 1650 in Stockholm) war ein französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler.  Der Gründungsvater der neuzeitlichen Philosophie, der Franzose Rene Descartes, zieht als Soldat durch das Deutschland des 30jährigen Krieges (1618-1649) . Auf seinen Feldzügen im 30jährigen Krieg kam Descartes auch nach Ulm und in die Gegend um Ulm herum. Dort war es kalt, und er kroch in einen Ofen – so berichtete er selbst. In dem Ofen schlief er ein und hatte drei Träume. Als er wieder herauskam, hatte er ein neues Ideal der Philosophie gefunden: die Mathematik.  Die Aussagen der Philosophen sollten so grundlegend und logisch unerbittlich sein wie die der Mathematik. Um für diese Grundlegung Platz zu schaffen zweifelte er erst einmal an allem. Und schon hatte er das Fundament aller Fundamente, den Sockel der neuzeitlichen Philosophie und den Felsen gefunden, auf den sie ihre neue Kirche gründen konnte. Es war der Schluß:


Wenn ich an allem zweifle, kann ich doch nicht daran zweifeln, dass ich zweifle.

Das bot Sicherheit. Das neue Urprinzip war das Ich oder das Subjekt. Jede Negation muß mit sich eine Ausnahme machen: Die Demokratie kann nicht über sich selbst abstimmen lassen; der Magen darf sich nicht selbst verdauen; der Vielfraß darf sich nicht selber fressen; der Richter kann sich nicht selbst verurteilen; kurzum: das Ich kann sich nicht selber wegdenken.

Und so sprach Descartes den berühmtesten Satz der Philosophiegeschichte:

„Je pense, donc je suis“.   Descartes sprach Französisch.   Die bekannteste Version dieses Satzes ist lateinisch und dann heißt dieser Satz: „Cogito ergo Sum“.    (Ich denke, also bin ich).   Das war revolutionär. Bisher waren die Philosophen mit ihren Überlegungen immer von der Welt der Objekte ausgegangen.  Descartes aber verlegt den Start seines philosophischen Hindernislaufs ins Bewußtsein. Von da aus stürzt er sich auf die materielle Welt, steckt sie in Brand und brennt mit dem Feuer der Gedanken alles hinweg, was nicht unbedingt denknotwendig ist, bis er schließlich nur noch das in Händen hält, was sich mathematisch messen lässt: Ausgedehntheit, Gestalt, Bewegung und Zahl.  Den Rest – Geschmack, Geruch,  Wärme und Farbe – erklärt zu zu subjektiven Würzstoffen, die erst das menschliche Bewußtsein der materiellen Suppe hinzufügt.


Damit verbreitet Descartes die Vorstellung von einer geschmacklosen, farblosen und lautlosen Welt, die nur den Gesetzen der Mechanik gehorcht. Diese Welt ist entzaubert und der Herrschaft der Kausalität  (das Ursache-Wirkung-Prinzip) und der Mathematik unterworfen. Von da an geht ein Riß durch den ehemals ganzheitlichen Kosmos: Im reflexiven Bruch mit der Welt der Objekte kommt sich das Subjekt als Würzkoch der Realität auf die Schliche und kann sich von da an als Geist von der Materie unterscheiden.

Ab jetzt stehen sich Subjekt und Objekt gegenüber. Und die Welt der Objekte läßt die Hose herunter, um sich vom Subjekt der Wissenschaft untersuchen zu lassen. Subjektivierung des Ich und Objektivierung in der Wissenschaft gehören zusammen.

Das nannte man Dualismus (duo = zwei).   Und weil Descartes der Verständigkeit ihre Eigenständigkeit gegenüber der Welt beließ, wurde er zum Gründungsvater des Rationalismus (Betonung der Vernunft).

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