Berühmte Modelabels und Unternehmen

Desigual – mehr als farbenfrohe Mode aus

Spanien

Am bekanntesten sind wohl im Allgemeinen die alteingesessenen Modemarken wie Dior, Chanel, Versace oder auch Gucci. Doch wie sieht es mit anderen Labels aus, die den Markt mit etwas frischem Wind versorgen und noch dazu für jede Shoppingqueen erschwinglich sind? Die bunte Mode von Desigual dürfte den Meisten wohl bekannt sein. Die Entwicklung des Unternehmens sowie die Köpfe hinter der Marke wurden bis dato jedoch noch nicht so häufig erwähnt.

Mit einer bunten Farbpalette zum ganz großen Erfolg

Wir schreiben das Jahr 1984. Der Schweizer Thomas Meyer erweckt das Unternehmen Desigual zum Leben. Bereits als 20-Jähriger hat der bis heute nur selten persönlich anzutreffende Mann die Idee von einer Welt, in der Mode nicht einfach nur kleiden und gut aussehen soll, sondern vielmehr auch schön Emotionen hervorrufen soll. Das Label Desigual soll diese Idee in die Realität umsetzen und jedem die Möglichkeit geben, an dieser Mode, die gleichzeitig Lebensgefühl sein soll, teilzuhaben. Der Name der Marke ist Programm. ‚Desigual‘ bedeutet nämlich aus dem Spanischen übersetzt so viel wie ‚ungleich‘ oder auch ‚verschieden‘, was genau auf den Punkt bringt, wie diese farbenfrohe Mode aus Spanien sein soll: einfach anders.


Aus einer Idee wird ein Weltkonzern

Der angeblichen Geschichte nach soll Thomas Meyer im Jahr 1983 auf 3.000 Jeanshosen gestoßen sein, die nicht mehr verarbeitet werden sollten. Ihr letztes Reiseziel wäre der Müllcontainer gewesen, hätte der Schweizer, der ganz klar als Beispiel für den Selfmademan gelten kann, nicht einen Einfall gehabt. Um die Materialien noch möglichst gewinnbringend verwerten zu können, vernähte er die einzelnen Jeans zu Jacken. So entstand die erste Kollektion, die bereits den für Desigual so typischen Patchwork-Stil hatte. In der Kombination mit zarten, weichen Stoffen und knalligen fröhlichen Farben wurden die Jacken zu Meyers erstem richtig großen Erfolg.

Für den ganz großen Durchbruch holte sich der Designer allerdings Unterstützung von außen. Mit dem ehemaligen Bang- und Olufsen-Manager Manel Adell kam ein Mann ins Unternehmen, der etwas davon verstand, wie man den weltweiten Markt für sich erobern kann. Seit 2002 ist Adell Meyers Unternehmenspartner. Zusammen gewannen er und Meyer 2008 den MAPIC Retail Award für das innovativste Einzelhandelskonzept. Ein Jahr später verlieh ihnen die Fundación Institut Catalá de Logística (ICIL) den Preis für Logistikexzellenz und 2010 wurde das Unternehmen von der französischen Handelskammer mit dem XI Prix Pyrénées ausgezeichnet. Grund hierfür war der Einsatz des Konzerns auf dem französischen Markt nach der Eröffnung des Flagship Stores in Paris.


Der erste eigene Store des Unternehmens eröffnete 1986 in Ibiza-Stadt, der Hauptstadt der gleichnamigen Insel. Heutzutage ist die Anzahl der eigenen Filialen auf mehr als 200 Stück angewachsen. Außerdem wird das Label nicht nur über seinen eigenen, sondern auch über diverse andere Online-Shops vertrieben. In 72 Ländern von den aktuell insgesamt 194 Staaten dieser Welt wird Desigual inzwischen zum Verkauf angeboten. Zu diesen zählen unter anderem:

  • Spanien
  • Großbritannien
  • Schweden
  • Russland
  • Griechenland
  • Portugal
  • und Deutschland

Das Unternehmen beschäftigt derzeit an die 3.000 Mitarbeiter und konnte 2011 einen Umsatz von einer halben Milliarde Euro verbuchen. Damit zählt die Marke, die nach wie vor von Thomas Meyer als Chefdesigner betreut wird, zwar nicht mehr zu den kleinen Anfängern. Doch es gibt ja schließlich immer noch Luft nach oben.