Berühmte Komponisten, berühmte Opern-Komponisten der Romantik. Von Tschaikowsky bis Richard Wagner

TschaikowskiEine Gruppe russicher Künstler um den Komponisten Michail Glinka (1804 bis 1857) blieb im Oten und bezog ihre Inspiration aus der Folklore und der russischen Sagenwelt: Sie nannten sich „das mächtige Häuflein“. Von den Mitgliedern dieser Gruppe ist uns heute noch Modest Mussorgskij (1839-1881) bekannt, vor allem durch seine Bilder einer Ausstellung , ein Werk, das beispielhaft illustriert, wie die Malerei die Musik inspirieren kann.

Die Bilder einer Ausstellung sind Klaiverstücke, die den Klang des Klaviers derart ausreizen, daß viele nachfolgende Musiker sich animiert fühlten, die bilder zu instrumentieren: von der Orchesterfassung von Ravel über frühe Synthesizerklänge bis hin zu Art Rock.  Wassily Kandinsky hat dann wieder Bilder dazu gemalt.


Doch dieses Stück stellt eher eine Ausnahme im Werk Mussorgskijs dar.   Das „mächtige Häuflein“ poduzierte vor allem volkstümliche Opern mit russischer Folklore. Zur sog. nationalrussischen Schule gehört auch Pjotr Tschaikowski, den wir aber weniger wegen seiner elf Opern als wegen seiner drei Ballette lieben.  Schwanensee, Dörnröschen und der Nußknacker.

Nicht nur die Italienische Oper gewann an Bedeutung

Erst über diesen Umweg werden wir zur dritten Antwort auf die Formkrise des 19. Jahrhunderts geführt, nämlich der Oper.  Für die Oper war der Übergang zur Romantik zunächst einmal ein leichter Schritt. Man bearbeitete einfach romantische Stoffe voller Wald- öund Wiesenstories und wundersamer Wesen aus allen möglichen Ober- , Unter- und Zwischenwelten.  Populärer Vertreter dieser Gattung ist der Freischütz von Carl Maria von Weber (1786-826).  Der Song  „Wir winden dir den Jungfernkranz“ wurde zu einem Schlager, der Zeitgenossen wie Heinrich Heine fast um den Verstand brachte.

Die italienische Oper wurde von Rossini (1792-1868), Donizetti (1797-1848), Verdi (1813-1901) und schließlich Puccini (1858-1924) zu neuen Höhen geführt.  Sie alle blieben von der deutschen Romantik ziemlich unberührt und inszenierten dafür mit großer Geste große Stoffe ,wie z.B. Shakespeare.  Formale Innovationen gab es aber kaum, weil das italienische Publikum zu gesangsverliebt war. Die klassische Oper bestand ja aus einzelnen Nummern, Arien, Duetten, Ensembles, verbunden durch das Rezitativ – eine Art Sprechgesang – in dem, um die Handlung in Gang zu halten, erzählt wurde, worum es überhaupt ging.

Das alles änderte sich mit Richard Wagner (1813-1883), dem Großmeister der romantischen deutschen Oper. Richard Wagner ist eine Figur, an der sich bis heute die Geister scheiden. Vor allem die Wertschätzung Hitlers, sein Antisemitismus und die Deutschtümelei seiner in germanischen Stabreim geschriebenen Texte (etwa so: „Tankwart, der tumbe, spielt Toto, der Tor“) haben sein Bild ins Zwielicht getaucht.


Richard Wagner bediente sich der nordischen Sagenwelt

Er entnimmt die Stoffe für seine Musikdramen der nordischen Sagenwelt. Sein größtes Werk ist der Zyklus Der Ring der Nibelungen, zu den anderen Opern gehören  Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg und Parsifal.  Zusätzlich wird sein Image eingefärbt durch die Verbindung mit dem exzentrischen Bayernkönig Ludwig II und durch seine Neigung zu pathetischer Selbstinszenierung.  Diese gipfelt in der Gründung eines Kultes, dem in Bayreuth ein Heiligtum gebaut wird: das Festspielhaus.

Seine Frau Cosima Wagner, eine Tochter des berühmten KomponistenFranz Liszt, treibt hierfür die Mittel auf. Die Herrschaft über das Festspielhaus wird dann auf den Sohn, den Dirigenten Siegfried Wagner, und von diesem auf den Enkel, den Intendanten Wieland Wagner, vererbt.  Heute leitet das Festspielhaus Katharina Wagner.

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