Antoni Gaudi, Werke und Bauten des berühmten spanischen (katalanischen) Architekten des Jugendstils

Noch während der Bauarbeiten am Güell-Palais (1886-1890) akzeptierte Antoni Gaudi  zwei weitere Aufträge, nämlich den Bischofsplast in Storga (Provinz Leon) und das Theresianerinnen-Stift in Barcelona, zu denen dann noch das Casa de los Botines in der Provinzhauptstadt Leon hinzukam.

Parallel dazu reiste Antoni Gaudi  1891 mit dem zweiten Markgrafen von Comillas nach Malaga und Tanger, wo er den vorgesehenen Bauplatz einer Franziskanermission besuchte, die er planen sollte, und schließlich begann 1892 die Arbeit an der Geburtsfassade der Sagrada Familia.


Im Jahr 1898 entstanden die ersten Skizzen für die Kirche der Güell-Kolonie, auch wenn der Bau nicht vor 1908 in Angriff genommen wurde. Ebenfalls 1898 errichtere Gaudi das Casa Calvet, für das er im Jahr 1900 den von der Stadtverwaltung von Barcelona jährlich vergebenen Preis für das beste Gebäude der Stadt erhielt.  Dies war die einzige ehrenvolle Auszeichnung, die der Architekt zeitlebens erhielt , und zwar ausgerechnet für das konventionellste Gebäude, das Antoni Gaudi  schuf.

Antoni Gaudi plante für das Kloster Montserrat und plante den Park Güell

Anschließend plante Antoni Gaudi  im Jahr 1900 für das Kloster von Montserrat die erste Kreuzwegstation, gab diese Arbeit jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten mit der Klosterleitung auf undwandte sich dem sogenannten Bellesguard-Turm und dem Park Güell zu.  Folgt man George R. Collins, einem Professor für Kunstgeschichte der Universität von Columbia (New York) , der 1952 in New York eine großartige Ausstellung über Gaudi leitete, die dem Architekten seine weltweite Anerkennung verschaffte, so „fand der Bruch Gaudis mit dem Historizismus, der in der Architektur des 19. Jahrhunderts so weit verbreitet gewesen war, kurz nach 1900 statt, als er mit den Entwürfen der Stühle und Bänke für das Casa Calvet un der Eingangspavillions des Park Güell befaßt war und mit der Planung der Kirche für die Güell-Kolonie begann“.

Ein völlig eigenständiger, gaudianischer Stil prägt also seine letzten Werke: die bereits erwähnten im Park Güell (1900-14), die Kypta derGüell – Kolonie, den Umbau des Casa Batllo, das Casa Mila, sowie die Sagrada Familia und die dazugehörige  Parochialschule. Vergessen sollte man auch nicht die Restauration der Kathedrale von Mallorca, die Antoni Gaudi nicht vollendete; seine Mitarabeit an der Finca Miralles in Barcelona, bei der er für das Eingangstor und einen Teil der Mauer verantwotlich zeichnete, und die Skizzen für den Bau eines Hotels in New York (1908).

Der berühmte Park Güell in Barcelona ist durch Antoni Gaudi weltberühmt geworden

Zu dieser Liste gehören noch zwei weitere Werke, die beide 1905 in La Pobla de Lillet, in den Pyrenäen entstanden: das Xalet del Catllares, in dem sich heute eine Herberge befindet, diente ursprünglich als Sitz der örötlichen Minenverwalter. Die Kohle, die hier gefördert wurde, ging in eine Zementfabrik von Güell. Während er dieses Chalet baute, erhielt Antoni Gaudi von dem Industriellen Joan Artigas den Auftrag, eine Gartenanlage auf dessen Grundbesitz zu entwerfen.  Der Einfluss des Park Güell, den Antoni Gaudi  fünf Jahre vorher begonnen hatte, ist deutlich zu erkennen. Besonders erwähnenswert in diesen Gärten sind ein zylinderförmiges Gartenhäuschen, die Geländer entlang den wegen, eine Brücke und die künstliche Grotte.


Am Nachmittag des 7. Juni 1926 unternahm Antoni Gaudi , wie üblich in Gedanken versunken, seinen gewohnten Spaziergang zur Kirche Sant Felip Neri, als er unversehens von einer Straßenbahn erfasst wurde. Antoni Gaudi verstarb drei Tage später und fand seine letzte Ruhestätte in der Krypta der Sagrada Familia, der Kirche, die er so sehr geliebt und der er die letzten Jahre seines Lebens vollständig verschrieben hatte. Antoni Gaudi hat Barcelona ein eigenes Gesicht geben. Auch der Stil Antoni Gaudis lebt heute noch fort.

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